• Forum 270 kri­ti­siert Aus­sa­ge, die der Infor­ma­ti­ons­brief von Bucha­lik Bröm­me­kamp nicht enthält

Düs­sel­dorf. 13. Okto­ber 2017. Die Debat­te über ein Infor­ma­ti­ons­schrei­ben an die Tex­til­in­dus­trie von Bucha­lik Bröm­me­kamp über die Eigen­ver­wal­tung dau­ert an. Nun hat sich das Forum 270 in einer vier­sei­ti­gen Stel­lung­nah­me geäu­ßert, in der Aus­sa­gen, die angeb­lich in unse­rem Schrei­ben ent­hal­ten sei­en, rich­tig gestellt wer­den sol­len. Bedau­er­li­cher­wei­se wer­den der Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp in den drei kri­ti­sier­ten Punk­ten eine wesent­li­che Aus­sa­ge unter­ge­scho­ben, die der Infor­ma­ti­ons­brief nicht ent­hält, und Halb­sät­ze zitiert, in denen wesent­li­che Ein­schrän­kun­gen feh­len. Damit wird der Inhalt unse­res Schrei­bens an wesent­li­chen Stel­len ver­fälscht und letzt­lich wer­den unwah­re Tat­sa­chen behaup­tet. Der Ver­ein spart in sei­ner Stel­lung­nah­me vie­les aus, was für das Gesamt­ver­ständ­nis des Lesers wich­tig gewe­sen wäre. Zudem schei­nen die Mit­glie­der auf den eige­nen Inter­net­sei­ten sogar gegen­sätz­li­cher Mei­nung zu sein.

Forum opfert gute Argu­men­te für die Eigen­ver­wal­tung auf dem Altar des Lobbyismus

Wir zwei­feln, ob der Ver­ein Forum 270 den eige­nen Ansprü­chen an „Qua­li­tät und Ver­ant­wor­tung“ in sei­ner ers­ten öffent­li­chen Äuße­rung, immer­hin sechs Mona­te nach sei­ner Grün­dung, gerecht wird. Tex­te im Sinn zu ent­stel­len und fal­sche Ein­drü­cke zu erwe­cken, zeugt weder von einem hohen Wer­­te- und Anstands­ge­fühl noch von einem ver­ant­wort­li­chen Umgang mit einem hoch­sen­si­blen The­ma. Wir ver­mu­ten des­halb, dass es eher um Eigen­mar­ke­ting des Ver­eins, denn um die Sache geht. Wir sind mit dem Ver­ein der Mei­nung, dass die Akzep­tanz für die Sanie­rung unter Insol­venz­schutz wei­ter gestei­gert wer­den muss, um end­lich eine Sanie­rungs­kul­tur in Deutsch­land zu eta­blie­ren, die eine zwei­te Chan­ce für Unter­neh­men und Unter­neh­mer erlaubt. Das soll­te in aller Offen­heit und gegen­sei­ti­ger Fair­ness der sol­che Ver­fah­ren beglei­ten­den Bera­ter gesche­hen. Die guten Argu­men­te für die­ses Ver­fah­ren soll­ten nicht auf dem Altar des Lob­by­is­mus geop­fert werden.

Unser Schrei­ben ist ein rei­nes Infor­ma­ti­ons­schrei­ben, was vom Forum offen­sicht­lich auch nicht bezwei­felt wird. An kei­ner Stel­le wird der Unter­neh­mer auf­ge­for­dert, wie z.B. teil­wei­se in den vom Forum genann­ten Pres­se­ar­ti­keln aus­ge­führt, einen Antrag auf Eigen­ver­wal­tung zu stel­len. Viel­mehr zeigt es Optio­nen auf. Wenn – und das füh­ren wir sehr deut­lich aus – der Adres­sat glaubt, insol­venz­ge­fähr­det zu sein, ste­hen wir für wei­te­re Gesprä­che bereit. Die viel­fach ver­brei­te­te Behaup­tung, wir hät­ten Unter­neh­mern eine vor­sätz­li­che Insol­venz vor­ge­schla­gen, ist eben­so falsch wie absurd.

Insol­venz­ver­wal­tung und Insol­venz­be­ra­tung muss strikt getrennt werden

Die Mit­glie­der im Forum 270 sind aus­schließ­lich Insol­venz­ver­wal­ter oder aber sol­che Bera­ter, hin­ter denen eine Insol­venz­ver­wal­ter­kanz­lei steht. Bucha­lik Bröm­me­kamp ist nicht in der Insol­venz­ver­wal­tung, son­dern aus­schließ­lich in der Insol­venz­be­ra­tung tätig. Wir hal­ten es für eine Fra­ge der Glaub­wür­dig­keit, Insol­venz­ver­wal­tung und Insol­venz­be­ra­tung strikt zu tren­nen. Allein auf­grund der Ver­gü­tung ist die Rege­l­in­sol­venz aus Sicht eines Insol­venz­ver­wal­ters der wirt­schaft­lich deut­lich attrak­ti­ve­re Weg. Hier sehen wir einen erheb­li­chen Inter­es­sen­kon­flikt für eine Ver­wal­ter­kanz­lei, die gleich­zei­tig eine inte­grier­te Bera­tungs­ge­sell­schaft führt, dem Man­dan­ten eine Eigen­ver­wal­tung vor­zu­schla­gen. Die­ser Kon­flikt lässt sich ein­zig auf­lö­sen, wenn sich Insol­venz­ver­wal­ter­kanz­lei­en, so wie es in den aller­meis­ten Fäl­len auch geschieht, aus­schließ­lich auf die Insol­venz­ver­wal­tung konzentrieren.

 

Hin­ter­grund zu den Äuße­run­gen des Forum 270

Kon­kret wer­den fol­gen­de Aus­sa­gen vom Forum 270 veröffentlicht:

1.         Es wird in dem Schrei­ben der Ein­druck erzeugt, dass durch die recht­zei­ti­ge Ein­lei­tung eines Ver­fah­rens pri­va­te Bürg­schaf­ten oder sons­ti­ge Haf­tungs­er­klä­run­gen nicht zum Tra­gen kommen.
Klar­stel­lung eins: Die­se Aus­sa­gen sind in Ihrer Gene­ra­li­tät nicht rich­tig, wie wir aus einer Viel­zahl von Ver­fah­ren sel­ber wis­sen. …

Eine sol­che Aus­sa­ge ent­hält unser Schrei­ben an kei­ner Stel­le. Wir schrei­ben vielmehr:

„Zudem darf nicht ver­kannt wer­den, dass die Geschäfts­füh­rung schon im Vor­feld einer Kri­se erheb­li­chen zivil- und straf­recht­li­chen Haf­tungs­ri­si­ken aus­ge­setzt sein kann. Wenn es zu einer unge­plan­ten Rege­l­in­sol­venz kommt, wer­den die Gesell­schaf­ter mit größ­ter Wahr­schein­lich­keit ihr Unter­neh­men ver­lie­ren. Aber nicht nur das: Ban­ken neh­men sie aus Bürg­schaf­ten in Anspruch, Insol­venz­ver­wal­ter machen gegen die Geschäfts­füh­rung Haf­tungs­an­sprü­che, z.B. wegen Insol­venz­ver­schlep­pung gel­tend. Damit ist unter Umstän­den nicht nur das Unter­neh­men ver­lo­ren, son­dern mög­li­cher­wei­se auch die eige­ne Exis­tenz rui­niert.“ Wei­te­re Äuße­run­gen unse­rer­seits zu die­sem Punkt fin­den sich nicht in unse­rem Infor­ma­ti­ons­brief. Kei­ne Stel­le unse­res Schrei­bens ent­hält eine gene­rel­le Aus­sa­ge dahin­ge­hend, dass die vor­ge­nann­ten Risi­ken durch eine recht­zei­ti­ge Ein­lei­tung einer Eigen­ver­wal­tung nicht zum Tra­gen kommen.

2.         Das Forum führt aus: „Ent­ge­gen der Aus­sa­ge im Wer­be­schrei­ben ist es nicht so, dass bei recht­zei­ti­ger Pla­nung eines sol­chen Ver­fah­rens eine nahe­zu hun­dert­pro­zen­ti­ge Erfolgs­chan­ce besteht…“

Die­se Behaup­tung wird von uns nicht auf­ge­stellt. Der kor­rek­te Wort­laut in unse­rem Schrei­ben: „Die Erfolgs­wahr­schein­lich­keit liegt bei bei­na­he 100 Pro­zent, wenn die Rah­men­be­din­gun­gen stim­men und das Ver­fah­ren recht­zei­tig ein­ge­lei­tet wird.“

Das Forum unter­schlägt die Pas­sa­ge unse­res Sat­zes „wenn die Rah­men­be­din­gun­gen stim­men“. Damit wird der Satz sinnentstellt.

In unse­rem Schrei­ben machen wir die bei­na­he ein­hun­dert­pro­zen­ti­ge Erfolgs­wahr­schein­lich­keit ein­deu­tig und unmiss­ver­ständ­lich vom Vor­lie­gen der rich­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen abhän­gig. Unse­re Aus­sa­ge ent­spricht unse­rer Erfah­rung aus der Beglei­tung von mitt­ler­wei­le 140 Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren. Wir pla­nen die Ver­fah­ren sorg­fäl­tig und bin­den die wich­tigs­ten Gläu­bi­ger im Vor­feld der Antrag­stel­lung ein. Wenn wir die Gläu­bi­ger von unse­rem Weg über­zeugt haben, kön­nen wir sehr genau abschät­zen, mit wel­chen Erfolgs­chan­cen der Man­dant durch das Ver­fah­ren gehen wird. Wenn die Rah­men­be­din­gun­gen stim­men – und nur dann –, tes­tie­ren wir auch eine nahe­zu ein­hun­dert­pro­zen­ti­ge Erfolgs­chan­ce. Ob dies der Fall ist, wird dem Man­dan­ten im Vor­feld kommuniziert.

Aus unse­rer Liqui­di­täts­pla­nung unter Insol­venz­be­din­gun­gen ergibt sich zudem die Beant­wor­tung der Fra­ge, ob eine Liqui­di­täts­zu­füh­rung von außen not­wen­dig ist oder nicht. Die Wege, dies dar­zu­stel­len, sind viel­fäl­tig und mün­den eher sel­ten in einem M&A‑Prozess, den eine Mit­glieds­kanz­lei des Ver­eins Forum 270 aber für sich auf die Fah­ne geschrie­ben hat und somit prä­fe­riert und pro­pa­giert. Die mit dem Ver­fah­ren ver­bun­de­nen Chan­cen und Risi­ken wer­den von uns mit dem Man­dan­ten aus­führ­lich im Vor­feld eines Antrags bespro­chen. Letzt­lich ent­schei­det er, ob er den Weg gehen will, und die Gläu­bi­ger sind an die­sem Ent­schei­dungs­pro­zess beteiligt.

Mit­glie­der des Ver­eins agie­ren anders

Im Übri­gen haben wir mit Inter­es­se fest­ge­stellt, dass Mit­glie­der des Ver­eins auf ihren jewei­li­gen Web­sei­ten ande­re Auf­fas­sun­gen als in der offi­zi­el­len Stel­lung­nah­me des Ver­eins ver­tre­ten. So wird ausgeführt:

„Viel­mehr ist es so, dass der Unter­neh­mer vor dem Antrag dar­auf hin­ge­wie­sen wer­den muss, dass das Ver­fah­ren auch in der Eigen­ver­wal­tung nur in enger Abstim­mung mit den Gläu­bi­gern geführt wer­den kann. … Dies bedeu­tet, dass das mög­li­che Schei­tern aus Sicht des Unter­neh­mers von vorn­her­ein zu berück­sich­ti­gen ist.“

Wir haben nicht fest­stel­len kön­nen, dass die Mit­glie­der auf ihren Sei­ten auf­klä­ren, dass dem Unter­neh­mer in der Eigen­ver­wal­tung der Ver­lust bzw. Ver­kauf droht.

Der Ver­ein führt zu unse­rem Schrei­ben aus: „Durch all die­se Aus­sa­gen soll offen­sicht­lich bei Unter­neh­mern der Ein­druck erweckt wer­den, dass durch die Eigen­ver­wal­tung und den Schutz­schirm auf ein­fa­chem und bil­li­gem Weg eine Ret­tung des eige­nen Unter­neh­mens und des eige­nen Ver­mö­gens mög­lich ist.“

Zur sel­ben The­ma­tik schreibt ein Mit­glied des Ver­eins: „Dabei stel­len wir dar, wel­che posi­ti­ven Effek­te die Durch­füh­rung des gericht­li­chen Ver­fah­rens – bei­spiels­wei­se durch das Insol­venz­geld, gespar­te Steu­ern, die Mög­lich­keit der kurz­fris­ti­gen Lösung von lang­lau­fen­den Ver­trags­ver­hält­nis­sen sowie der güns­ti­ge­ren Anpas­sung von Per­so­nal­kos­ten – für Ihr Unter­neh­men bietet.“

Der Ver­ein führt zu unse­rem Schrei­ben aus: „Es wird in dem Schrei­ben der Ein­druck erzeugt, dass durch die recht­zei­ti­ge Ein­lei­tung eines Ver­fah­rens pri­va­te Bürg­schaf­ten oder sons­ti­ge Haf­tungs­er­klä­run­gen nicht zum Tra­gen kommen.“

Ein Mit­glied führt auf sei­ner Web­sei­te aus: „Wir haben die Erfah­rung gemacht, dass vie­le Unter­neh­men zu lan­ge war­ten, bevor sie sich über die Mög­lich­kei­ten einer Restruk­tu­rie­rung über ein Eigen­­ver­­­wal­­tungs- oder Schutz­schirm­ver­fah­ren infor­mie­ren. Sie hof­fen, dass sich die Situa­ti­on noch ver­bes­sern wird. Wir plä­die­ren dage­gen für das Prin­zip Han­deln statt Hoff­nung. Nur bei recht­zei­ti­gem Han­deln kann eine Zer­schla­gung des Unter­neh­mens und damit auch der Ver­lust erheb­li­cher pri­va­ter Wer­te ver­mie­den wer­den.

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