Kle­ve, 11. Okto­ber 2013. Ein wei­te­rer Mei­len­stein im Insol­venz­ver­fah­ren der Markt-Apo­­the­­ke in Kal­kar ist erreicht. Im Rah­men des Erör­­te­­rungs- und Abstim­mungs­ter­mins vor dem Kle­ver Amts­ge­richt stimm­ten alle Gläu­bi­ger dem Insol­venz­plan, der von Bucha­lik Bröm­me­kamp erar­bei­tet wur­de, zu. Anschlie­ßend bestä­tig­te das Amts­ge­richt Kle­ve den Plan. Damit steht eine Been­di­gung des Insol­venz­ver­fah­rens kurz bevor. Die Markt-Apo­­the­­ke hat­te im April 2013 einen Insol­venz­an­trag ver­bun­den mit einem Antrag auf Anord­nung der Eigen­ver­wal­tung gestellt. Bei­den Anträ­gen wur­de vom Amts­ge­richt Kle­ve entsprochen.

„Wir sind auf einem guten Weg, dass die Apo­the­ke fort­ge­führt wer­den kann. Die Sanie­rung konn­ten wir aber erst durch die neu­en Mög­lich­kei­ten der Insol­venz­ord­nung durch­füh­ren“, erklärt Robert Bucha­lik, Part­ner der Bucha­lik Bröm­me­kamp Rechts­an­wäl­te | Steu­er­be­ra­ter, die die eigen­ver­wal­ten­de Schuld­ne­rin durch das gesam­te Ver­fah­ren beglei­tet hat. Bei Frei­be­ruf­lern und Klein­be­trie­ben schei­tert eine außer­ge­richt­li­che Restruk­tu­rie­rung oft an der Zustim­mung der betrof­fe­nen Gläu­bi­ger sowie an den wirt­schaft­li­chen wie ver­fah­rens­recht­li­chen Mög­lich­kei­ten. Somit bleibt in letz­ter Kon­se­quenz nur die Insol­venz. Ein Rege­l­in­sol­venz­ver­fah­ren mit einem Insol­venz­ver­wal­ter, der die Ver­­­wal­­tungs- und Ver­fü­gungs­be­fug­nis über das Ver­mö­gen des Schuld­ners über­nimmt, ist bei einem Apo­the­ker, Rechts­an­walt, Steu­er­be­ra­ter oder Archi­tek­ten jedoch nur schwer durch­führ­bar. Da bei­spiels­wei­se das Apo­the­ken­ge­setz eine Allein­ver­ant­wort­lich­keit des Apo­the­kers in wirt­schaft­li­chen als auch in phar­ma­zeu­ti­schen Belan­gen for­dert, droht dem Apo­the­ker im Fal­le der Insol­venz der Ver­lust der Zulas­sung. Eine Ent­zie­hung der Zulas­sung kann dann nur über eine so genann­te Frei­ga­be ver­hin­dert werden.

Seit dem 1. März 2012 ist das ESUG (Gesetz zur wei­te­ren Erleich­te­rung der Sanie­rung von Unter­neh­men) in Kraft und bie­tet mit dem Schutz­schirm­ver­fah­ren und dem vor­läu­fi­gen Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren gera­de für Selbst­stän­di­ge, mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men und Frei­be­ruf­ler (Apo­the­ker, Ärz­te, Zahn­ärz­te und Archi­tek­ten) eine neue Mög­lich­keit der Sanie­rung unter Insol­venz­schutz. In der Eigen­ver­wal­tung bleibt die Apo­the­ken­lei­tung wei­ter­hin im Amt und kann die Geschi­cke des Unter­neh­mens wei­ter eigen­ver­ant­wort­lich len­ken. Anstatt eines (vor­läu­fi­gen) Insol­venz­ver­wal­ters wird ein (vor­läu­fi­ger) Sach­wal­ter bestellt. Der (vor­läu­fi­ge) Sach­wal­ter hat haupt­säch­lich die Auf­ga­be, die wirt­schaft­li­che Lage des Schuld­ners zu prü­fen und die Geschäfts­füh­rung zu über­wa­chen. Somit kann der Apo­the­ker gegen­über der Apo­the­ken­kam­mer argu­men­tie­ren, dass er sei­ne Apo­the­ke auch in wirt­schaft­li­cher Sicht wei­ter­hin führt. Im Übri­gen bie­tet das neue Ver­fah­ren bei pro­fes­sio­nel­ler Beglei­tung weit­ge­hen­de Rechts­si­cher­heit, dass die Apo­the­ke in den Hän­den des bis­he­ri­gen Apo­the­kers ver­bleibt und nicht ein Wett­be­wer­ber den mög­li­cher­wei­se attrak­ti­ven Stand­ort übernimmt.

Pres­se­mit­tei­lun­gen

Ver­an­stal­tun­gen

News­let­ter

Bücher

Stu­di­en & Leitfäden