Zahl­rei­che Pilo­ten der insol­ven­ten Ger­ma­nia Flug­ge­sell­schaft mbH wer­den der­zeit mit ver­meint­li­chen Rück­for­de­rungs­an­sprü­chen des Insol­venz­ver­wal­ters Rüdi­ger Wien­berg über­zo­gen. Die Pilo­ten hat­ten sich für den Erwerb einer geson­der­ten Lizenz Geld von Ger­ma­nia gelie­hen, um Flug­zeu­ge der Insol­venz­schuld­ne­rin flie­gen zu kön­nen. Das Geld for­dert der Ver­wal­ter nun zurück. Die­ser Anspruch ist jedoch sehr zweifelhaft.

Neben der eigent­li­chen Flug­li­zenz benö­ti­gen Pilo­ten ein Type Rating, um bestimm­te Ver­kehrs­flug­zeu­ge flie­gen zu dür­fen. Der­ar­ti­ge Mus­ter­be­rech­ti­gun­gen erlau­ben die Füh­rung eines bestimm­ten Flug­zeug­typs. Die Lizenz­kos­ten hier­für belau­fen sich auf einen fünf­stel­li­gen Euro-Betrag. Vie­le Pilo­ten finan­zie­ren die­sen Betrag über ein Dar­le­hen, wel­ches sie bei der Flug­ge­sell­schaft auf­neh­men, für die sie tätig sind. Eine grö­ße­re Zahl von Ger­­ma­­nia-Pilo­­ten haben die­se Dar­le­hen bei ihrem Arbeit­ge­ber auf­ge­nom­men und wer­den nun vom Insol­venz­ver­wal­ter Rüdi­ger Wien­berg auf Rück­zah­lung in Anspruch genommen.

Die gel­tend gemach­ten Rück­zah­lungs­an­sprü­che sind jedoch zwei­fel­haft, da die Mus­ter­be­rech­ti­gung nur für ein bestimm­tes Flug­zeug gilt und gera­de nicht zur Füh­rung aller Ver­kehrs­flug­zeu­ge berech­tigt. Ob der Pilot die­se Berech­ti­gung auch wei­ter­ver­wen­den kann, ist also sehr zwei­fel­haft, da er mög­lich­wei­se bei einer ande­ren Air­line ein ande­res Mus­ter fliegt und damit eine ande­re Lizenz benötigt.

„Es wer­den die Gestal­tungs­gren­zen über­spannt, da ein­zel­ne Pilo­ten letzt­end­lich das Insol­venz­ri­si­ko über­neh­men“, so Sascha Borow­ski von der Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp aus Düs­sel­dorf. Gegen die Inan­spruch­nah­me des Insol­venz­ver­wal­ters bestehen meh­re­re Ver­tei­di­gungs­mög­lich­kei­ten, die im Ein­zel­fall zu prü­fen sind. Pilo­ten, die sich der­ar­ti­gen Rück­zah­lungs­for­de­run­gen aus­ge­setzt sehen, soll­ten unbe­dingt recht­li­chen Rat in Anspruch nehmen.

Wei­ter Infor­ma­tio­nen unter: sascha.borowski@buchalik-broemmekamp.de oder Tel.: 0211 / 82 89 77 191

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