Die Insol­venz des Unis­­ter-Kon­­zerns könn­te für vie­le Gläu­bi­ger sehr teu­er wer­den. Die­se wer­den auf die offe­nen Rech­nun­gen nicht nur eine gerin­ge Quo­te erhal­ten, nun droht der Insol­venz­ver­wal­ter auch noch, bereits gezahl­te Gel­der wie­der zurück­zu­ho­len. Der Insol­venz­ver­wal­ter der Unis­­ter-Gesel­l­­schaf­­ten, Rechts­an­walt Prof. Lucas Flö­ther, hat gegen­über der dpa ange­kün­digt, zig­tau­sen­de von Zah­lun­gen auf die Mög­lich­keit der Rück­for­de­rung im Wege der soge­nann­ten Insol­venz­an­fech­tung zu prü­fen. Vor­aus­set­zung für eine Anfech­tung ist, dass Unis­ter schon län­ger vor der Antrag­stel­lung insol­vent war und der jewei­li­ge Gläu­bi­ger dies wuss­te. Der­zeit sam­me­le er dafür gerichts­fes­te Beweise.

„Auf die­se Kennt­nis des Gläu­bi­gers wird anhand von Beweis­an­zei­chen sehr schnell geschlos­sen. Schon mehr­fa­che Mah­nun­gen an den Schuld­ner kön­nen zu einem Rück­zah­lungs­an­spruch füh­ren“, weiß der Spe­zia­list für Insol­venz­an­fech­tun­gen, Rechts­an­walt Dr. Olaf Hie­bert von der Düs­sel­dor­fer Wirt­schafts­kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp. Laut Flö­ther gab es bereits im ver­gan­ge­nen Okto­ber Anhalts­punk­te, dass Unis­ter schon län­ger zah­lungs­un­fä­hig gewe­sen sei. In einem dama­li­gen Gut­ach­ten Flö­thers an das Insol­venz­ge­richt, aus dem die Süd­deut­sche Zei­tung berich­tet, sei “nicht aus­zu­schlie­ßen, dass ein­zel­ne Gesell­schaf­ten des Unis­­ter-Kon­­zerns bereits seit dem Jahr 2015 zah­lungs­un­fä­hig sind”. In dem Gut­ach­ten wer­de der Schul­den­stand des Kon­zerns mit knapp 58 Mil­lio­nen Euro ange­ge­ben, bei einem Ver­mö­gen von knapp 14 Mil­lio­nen Euro.

Betrof­fen sind vor allem Hote­lier, Rei­se­ver­an­stal­ter, Lie­fe­ran­ten, Dienst­leis­ter und Ver­mie­ter, deren Ver­trags­part­ner in die Insol­venz gera­ten sind. Die Anfech­tung erfolgt selbst dann, wenn sie einen Anspruch auf die Zah­lung hat­ten. In der Regel wer­den ganz erheb­li­che Bei­trä­ge zurück­ge­for­dert, denn die Ver­wal­ter ver­lan­gen von den Unter­neh­mern Zah­lun­gen zurück, die sie in einem Zeit­raum von bis zu vier Jah­ren vor der Insol­venz des bis­he­ri­gen Ver­trags­part­ners von die­sem erhal­ten haben. „Kei­nes­falls soll­te dem Anfech­tungs­be­geh­ren eines Insol­venz­ver­wal­ters ohne Wei­te­res nach­ge­ge­ben wer­den. Sol­che Ansprü­che wer­den all­zu häu­fig ohne hin­rei­chen­de Begrün­dung und Betrach­tung des Ein­zel­falls gel­tend gemacht“, weiß Anfech­tungs­rechts­ex­per­te Dr. Olaf Hiebert.

Vie­le Unter­neh­men machen es dem Insol­venz­ver­wal­ter aller­dings durch unge­schick­te Kom­mu­ni­ka­ti­on beim For­de­rungs­ma­nage­ment oder der spä­te­ren For­de­rungs­an­mel­dung sehr leicht. Dar­in wird häu­fig betont, wie lan­ge der Schuld­ner schon säu­mig sei oder über­haupt nicht gezahlt habe. Gläu­bi­ger soll­ten des­halb ver­stärkt auf ihre Kom­mu­ni­ka­ti­on gegen­über dem Insol­venz­ver­wal­ter ach­ten und sehr genau über­le­gen, ob und wie sie For­de­run­gen zur Insol­venz­ta­bel­le anmel­den. „Meist gibt erst die For­de­rungs­an­mel­dun­gen dem Insol­venz­ver­wal­ter die nöti­gen Hin­wei­se für eine Anfech­tung“, erläu­tert Dr. Hiebert.

Wei­te­re Infor­ma­ti­on fin­den Sie auf: https://www.insolvenzanfechtung-buchalik.de/

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