• Geschäfts­be­trieb läuft unein­ge­schränkt weiter

Plet­ten­berg. 15. Juni 2016. Die Karl Groll GmbH & Co. KG will sich durch ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren sanie­ren und wie­der wett­be­werbs­fä­hig auf­stel­len. Einem ent­spre­chen­den Antrag der Geschäfts­füh­rung hat das Amts­ge­richt Hagen zuge­stimmt. „Mit der Eigen­ver­wal­tung ver­fol­gen wir das Ziel, das Unter­neh­men fort­zu­füh­ren und nach­hal­tig zu sanie­ren. Des­halb lau­fen der Geschäfts­be­trieb und die Pro­duk­ti­on wei­ter wie bis­her“, erklärt Geschäfts­füh­rer Dr. Jörg Ped­ding­haus. Mit dem Ver­fah­ren nutzt das Unter­neh­men die Chan­ce, die der Gesetz­ge­ber mit dem ESUG (Gesetz zur wei­te­ren Erleich­te­rung der Sanie­rung von Unter­neh­men) vor vier Jah­ren geschaf­fen hat, damit sich Unter­neh­men in schwie­ri­gen Situa­tio­nen wie­der neu auf­stel­len kön­nen. Die Unter­neh­mens­lei­tung bleibt in der Eigen­ver­wal­tung wei­ter­hin im Amt und wird die Sanie­rung selbst­stän­dig durchführen.

In dem Ver­fah­ren wird Groll vom Bera­tungs­un­ter­neh­men Bucha­lik Bröm­me­kamp beglei­tet. Die Düs­sel­dor­fer Bera­tung wird Groll in recht­li­chen Belan­gen des Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens beglei­ten und die betriebs­wirt­schaft­li­che sowie ope­ra­ti­ve Restruk­tu­rie­rung durch­füh­ren. Neben der Erstel­lung des Sanie­rungs­kon­zep­tes wird die Unter­neh­mens­lei­tung durch den Sanie­rungs­ex­per­ten Dani­el Meintz ergänzt. „Groll hat enor­mes Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al, des­halb ist die Eigen­ver­wal­tung der rich­ti­ge Weg für das Unter­neh­men, um die Sanie­rung im Inter­es­se aller Betei­lig­ten schnell und erfolg­reich umzu­set­zen“, erklärt Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­rer Meintz.

Die Gesenk­schmie­de betreibt zwei Pro­duk­ti­ons­stät­ten in Plet­ten­berg, erwirt­schaf­te­te im ver­gan­ge­nen Jahr einen Umsatz von rund 16 Mio. Euro und beschäf­tigt über 130 Mit­ar­bei­ter. Das Unter­neh­men stellt ver­schie­dens­te Schmie­de­tei­le für die Auto­mo­bil­in­dus­trie und den Maschi­nen­bau her. Die Mit­ar­bei­ter wur­den heu­te in einer Betriebs­ver­samm­lung über den Antrag infor­miert. Die Löh­ne und Gehäl­ter der Mit­ar­bei­ter sind bis auf Wei­te­res über das Insol­venz­geld abgesichert.

Hin­ter­grund der wirt­schaft­li­chen Schief­la­ge des 1920 gegrün­de­ten Unter­neh­mens sind Pro­ble­me bei der Umset­zung geplan­ter Opti­­mie­­rungs- und Ver­än­de­rungs­pro­zes­se. Hin­zu kom­men über­durch­schnitt­li­che Belas­tun­gen im Per­so­nal­be­reich, wel­che zum Teil auf einen hohen Kran­ken­stand in eini­gen Unter­neh­mens­be­rei­chen zurück­zu­füh­ren sind. Das Unter­neh­men hat sich des­halb zur Sanie­rung in Eigen­ver­wal­tung ent­schie­den. „Nach der Pla­nin­sol­venz wird das Unter­neh­men ertrags- und liqui­di­täts­mä­ßig wie­der gestärkt sein, um wei­ter­hin als inter­es­san­ter Part­ner für Kun­den und Lie­fe­ran­ten agie­ren zu kön­nen“, blickt Geschäfts­füh­rer Ped­ding­haus zuver­sicht­lich in die Zukunft. Zusam­men mit dem Bera­tungs­un­ter­neh­men Bucha­lik Bröm­me­kamp wird das Unter­neh­men ein Sanie­rungs­kon­zept erar­bei­ten und zeit­nah umset­zen. Im Mit­tel­punkt des Kon­zep­tes ste­hen die Ver­bes­se­rung der Pro­zes­se in Pro­duk­ti­on und Logistik.

Mit der Eigen­ver­wal­tung wer­den die Geschäf­te wei­ter­hin unter der Lei­tung der bis­he­ri­gen Geschäfts­füh­rung geführt. Aller­dings steht die Unter­neh­mens­lei­tung unter der Auf­sicht eines vor­läu­fi­gen Sach­wal­ters. Das Amts­ge­richt Hagen hat als vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter Dr. Mar­kus Wischemey­er, Part­ner der Kanz­lei White & Case, bestellt. „Ich habe mir vor Ort einen ers­ten Über­blick ver­schafft. Die Mit­ar­bei­ter sind sehr moti­viert und die Betei­lig­ten haben ihre Bereit­schaft zu einer wei­te­ren Zusam­men­ar­beit signa­li­siert“, erklär­te der vor­läu­fi­ger Sach­wal­ter Dr. Wischemeyer.

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