Das Insol­venz­ver­fah­ren dient dazu, die Gläu­bi­ger best­mög­lich zu befrie­di­gen. Dar­an soll auch das Gesetz zur wei­te­ren Erleich­te­rung der Sanie­rung von Unter­neh­men (ESUG) nichts ändern. Das ESUG ermög­licht es dar­über hin­aus, die Anteils- und Mit­glied­schafts­rechte der am Schuld­ner betei­lig­ten Per­so­nen in den Insol­venz­plan mit ein­zu­be­zie­hen, § 217 S. 2 Insol­venz­ord­nung (InsO), und zur Not auch gegen deren Wil­len gegen Abfin­dung (§ 225a Abs. 5 InsO) durch­zu­setzen. Nach­fol­gend dar­ge­stellt sind die Bewer­tungs­me­tho­den in der Insol­venz sowie Hin­wei­se zur Gel­tend­ma­chung und Durch­set­zung von Abfindungsansprüchen.

Aus­blick

Daher ist fest­zu­hal­ten, dass auch Anteils­eig­ner im Plan­ver­fah­ren einen Anspruch auf einen Teil des Fort­füh­rungs­werts haben. Sofern im Schrift­tum, das über­wie­gend aus dem Zeit­raum vor Inkraft­tre­ten des Geset­zes zur wei­te­ren Erleich­te­rung der Sanie­rung von Unter­neh­men (ESUG) im März 2012 stammt, das Gegen­teil ver­tre­ten wird, dürf­te die zugrun­de lie­gen­de The­se, dass eine Insol­venz immer zur Zer­schla­gung (Unter­neh­mens­li­qui­da­ti­on) führt, über­holt sein. Das hat auch der ESUG-Geset­z­­ge­­ber für die Sanie­rung und Restruk­tu­rie­rung im Insol­venz­plan­ver­fah­ren aner­kannt. Außer­halb des Plan­ver­fah­rens, also bei Durch­füh­rung eines Asset Deals oder Share Deals, ist dar­auf auf­merk­sam zu machen, dass der Liqui­da­ti­ons­wert beim Unter­neh­mens­er­werb in der Insol­venz grund­sätz­lich nur die Unter­gren­ze der Bewer­tungs­band­brei­ten dar­stellt. Ein Insol­venz­ver­wal­ter wird nie unter­halb des Liqui­da­ti­ons­werts ver­äu­ßern kön­nen, weil der Liqui­da­ti­ons­wert den Gläu­bi­gern des insol­ven­ten Unter­neh­mens als Worst-Case-Sze­­na­­rio in jedem Fall zur Ver­fü­gung steht. Bewer­tungs­tech­nisch lie­fert der Li­qui­da­tions­wert zudem auch für den poten­zi­el­len Erwer­ber nicht den gesuch­ten Unter­neh­mens­wert ab, da die­ser nicht liqui­die­ren, son­dern fort­füh­ren will. Das obe­re Ende der Be­wer­tungs­band­breiten stellt häu­fig der Ertrags­wert dar, der die zukünf­ti­ge, meist posi­ti­ve Ertrags­la­ge abbil­det. Der Ertrags­wert ist dabei umso höher, je fort­ge­schrittener die Umset­zung des Sanie­­rungs- und Restruk­tu­rie­rungs­kon­zepts zum Zeit­punkt der Bewer­tung ist.

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