• Kli­nik­be­trieb wei­ter­hin und unein­ge­schränkt sichergestellt

Burghaun/Fulda. 28. März 2017. Erst vor gut einem Jahr haben sich die Sucht­kli­ni­ken Schloss Macken­zell und Mah­lerts­hof zur Fach­kli­nik „Neue Rhön“ zusam­men­ge­schlos­sen. Dadurch konn­te die hohe Qua­li­tät bei der Pati­en­ten­be­hand­lung trotz stei­gen­der Kos­ten wei­ter gewähr­leis­tet wer­den. „Wir haben mit der Stand­ort­zu­sam­men­füh­rung der bei­den Kli­ni­ken einen rich­ti­gen ers­ten Schritt getan, der aber noch nicht aus­reicht, um die Sucht­kli­nik dau­er­haft zu sichern. Im ver­gan­ge­nen Jahr erwirt­schaf­te­te die Kli­nik ein posi­ti­ves Betriebs­er­geb­nis, aber zur Errei­chung einer sta­bi­len Wett­be­werbs­po­si­ti­on bei stei­gen­den Anfor­de­run­gen des Mark­tes sind wei­te­re Restruk­tu­rie­rungs­maß­nah­men sowie Inves­ti­tio­nen in Gebäu­de und Infra­struk­tur nötig, wofür aktu­ell kei­ne aus­rei­chen­den Finanz­mit­tel zur Ver­fü­gung ste­hen“, erklärt Kli­nik­ge­schäfts­füh­rer Hart­mut Severing.

Vor die­sem Hin­ter­grund hat Geschäfts­füh­rer Hart­mut Seve­ring für den Trä­ger­ver­ein der Kli­nik, das Gut­temp­ler Hilfs­werk e.V., beim Amts­ge­richt Ful­da einen Antrag auf Sanie­rung unter Insol­venz­schutz in Eigen­ver­wal­tung gestellt. Das Gericht hat dem Antrag statt­ge­ge­ben und die vor­läu­fi­ge Eigen­ver­wal­tung ange­ord­net. Mit dem ESUG, dem Gesetz zur wei­te­ren Erleich­te­rung der Sanie­rung von Unter­neh­men, hat der Gesetz­ge­ber seit 2012 hier­zu die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen geschaf­fen. Sie soll Unter­neh­men eine wett­be­werb­li­che Aus­zeit ermög­li­chen, um sich wie­der markt­ge­recht aufzustellen.

Das Beson­de­re des Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens ist, dass der bis­he­ri­ge Geschäfts­füh­rer wei­ter­hin im Amt bleibt und die Sanie­rung selbst­stän­dig durch­füh­ren kann. Dabei wird er durch die Sanie­rungs­ex­per­ten des Bera­tungs­un­ter­neh­mens Bucha­lik Bröm­me­kamp beglei­tet. Zudem hat das Amts­ge­richt Dirk Rit­zen­hoff von der Kanz­lei Flö­ther & Wis­sing Insol­venz­ver­wal­tung zum vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter bestellt. Der Sach­wal­ter über­nimmt eine Auf­sichts­funk­ti­on und hat dar­über hin­aus die Auf­ga­be, die wirt­schaft­li­che Lage des Schuld­ners zu prüfen.

Die rund 70 Mit­ar­bei­ter wur­den bereits in einer Mit­ar­bei­ter­ver­samm­lung über das Ver­fah­ren infor­miert. Die Löh­ne und Gehäl­ter sind in den nächs­ten drei Mona­ten über das Insol­venz­geld gesichert.

„Die Reha­ein­rich­tung bleibt wäh­rend des Ver­fah­rens wei­ter­hin unein­ge­schränkt geöff­net. Die Anord­nung der Eigen­ver­wal­tung hat kei­ner­lei Aus­wir­kun­gen auf den lau­fen­den Geschäfts­be­trieb. Es ist sicher­ge­stellt, dass alle Behand­lun­gen aller Pati­en­ten wei­ter wahr­ge­nom­men und auch neue Pati­en­ten auf­ge­nom­men wer­den kön­nen“, so Geschäfts­füh­rer Hart­mut Seve­ring. Die Fach­kli­nik Neue Rhön bie­tet sta­tio­nä­re Sucht-Reha­­bi­­li­­ta­­ti­on für Men­schen mit einer Alkohol‑, Dro­­gen- und Medi­ka­men­ten­ab­hän­gig­keit an. Sie ver­fügt in sepa­ra­ten Gebäu­den über 34 Plät­ze für Män­ner und 21 Plät­ze für Frau­en. Ein­zig­ar­tig ist, dass die Fach­kli­nik die Ver­sor­gung der noch nicht schul­pflich­ti­gen Kin­der wäh­rend der The­ra­pie­zei­ten der Eltern auf dem Gelän­de ermöglicht.

In dem Ver­fah­ren wird die Kli­nik von der Kanz­lei und Unter­neh­mens­be­ra­tung Bucha­lik Bröm­me­kamp aus Düs­sel­dorf beglei­tet, die mit der Geschäfts­füh­rung ein Zukunfts­kon­zept ent­wi­ckelt. Dem Zukunfts­kon­zept, das die Fort­füh­rung der Kli­nik und die Ent­schul­dung auf­zeigt, müs­sen spä­ter die Gläu­bi­ger zustim­men. Danach bestä­tigt das Amts­ge­richt Ful­da das Kon­zept. Zudem wird Rechts­an­walt Phil­ipp Kün­ne die Kli­nik­lei­tung vor Ort unter­stüt­zen. Der Sanie­rungs­ex­per­te hat erst kürz­lich das Düs­sel­dor­fer Lui­sen­kran­ken­haus durch ein Eigen­ver­al­tungs­ver­fah­ren erfolg­reich beglei­tet. „Die Fach­kli­nik Neue Rhön ist im ope­ra­ti­ven Bereich eigent­lich kern­ge­sund. Zudem ist sie der­zeit sowie für die kom­men­den Mona­te voll aus­ge­las­tet. Die Eigen­ver­wal­tung ist der rich­ti­ge Weg, um die Sanie­rung im Inter­es­se aller Betei­lig­ten umzu­set­zen. Im Ver­fah­ren müs­sen wir nun die grund­sätz­li­chen Struk­tu­ren schaf­fen, um die Kli­nik so auf­zu­stel­len, das sie mit­­­tel- bis lang­fris­tig eine gute Chan­ce im Gesund­heits­sek­tor hat“, erklärt Künne.

Das Zukunfts­kon­zept wird des­halb eine stra­te­gi­sche Neu­aus­rich­tung der Kli­nik vor­se­hen, bei der auch der Stand­ort und die Trä­ger­struk­tur eine zen­tra­le Rol­le spie­len. Als wei­te­ren Schritt muss die Bet­ten­ka­pa­zi­tät deut­lich gestei­gert wer­den. Gegen­wär­tig wer­den auf dem Gelän­de Mah­lerts­hof 55 Pati­en­ten behan­delt. Um eine Sucht­kli­nik wirt­schaft­lich pro­fi­ta­bel zu betrei­ben, müs­sen künf­tig min­des­tens 80 Bet­ten vor­han­den sein.

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