Vie­le Auto­han­dels­be­trie­be nam­haf­ter und eta­blier­ter Mar­ken haben in den ver­gan­ge­nen Wochen die Kün­di­gung ihrer Händ­ler­ver­trä­ge erhal­ten oder rech­nen täg­lich damit. Grund sind oft weni­ger eine schlech­te Per­for­mance oder ope­ra­ti­ve Pro­ble­me im Auto­haus, son­dern stra­te­gi­sche Ent­schei­dun­gen zur eige­nen Neu­aus­rich­tung der Automobilkonzerne.

Obwohl die Auto­mo­bil­her­stel­ler par­al­lel zu den Kün­di­gun­gen in vie­len Fäl­len einen Let­ter of Intent (LOI) über­sandt haben – hier­bei han­delt es sich um eine Absichts­er­klä­rung mit dem Ziel, in die Ver­hand­lun­gen zum Abschluss von Neu­ver­trä­gen ein­zu­stei­gen – und die aus­ge­spro­che­nen Kün­di­gungs­fris­ten rela­tiv lang sind, soll­te jeder Händ­ler sein eige­nes Geschäfts­mo­dell aus Anlass die­ser Ver­än­de­run­gen selbst auf den Prüf­stand stel­len. Hier­bei soll­te er auch eine grund­le­gen­de ope­ra­ti­ve Sanie­rung unter Insol­venz­schutz in Eigen­ver­wal­tung in Betracht zie­hen. Dazu müs­sen jedoch bestimm­te Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sein, die ein juris­ti­scher Bera­ter im Vor­feld ein­ge­hend prü­fen muss. Die Vor­tei­le die­ses Ver­fah­rens gegen­über einer Sanie­rung ohne Insol­venz­ein­lei­tung sind erheb­lich. Die Prü­fung kann unter Umstän­den insol­venz­recht­lich zwin­gen­de Antrags­grün­de erge­ben. In die­sem Fall ist eine Sanie­rung außer­halb eines Insol­venz­ver­fah­rens oft über­haupt nicht mehr mög­lich, bezie­hungs­wei­se nicht mehr zulässig.

Das ESUG eröff­net betrof­fe­nen Unter­neh­mern vie­le Mög­lich­kei­ten, Liqui­di­tät zu gene­rie­ren, die sie für die Sanie­rung benö­ti­gen. So über­nimmt die Bun­des­agen­tur für Arbeit die Löh­ne und Gehäl­ter für bis zu drei Mona­te als Insol­venz­geld. Das Geld kommt aus einem Topf, der allein aus Arbeit­ge­ber­bei­trä­gen gefüllt wird. Außer­dem müs­sen betrof­fe­ne Unter­neh­men wäh­rend des zumeist drei­mo­na­ti­gen vor­läu­fi­gen Ver­fah­rens weder die Umsatz­steu­er­zahl­last noch Lohn­steu­er oder sonstige
Steu­ern zah­len. Wei­ter­hin kön­nen sie sich von zu teu­ren Lie­­fer- und Miet­ver­trä­gen und ver­lust­rei­chen Kun­den­auf­trä­gen befreien.

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Pres­se­mit­tei­lun­gen

  • 25 Jah­re Sanie­rungs­be­ra­tung aus einer Hand! Gemein­sam mit unse­rer Schwes­ter­ge­sell­schaft ple­no­via fei­ern wir im Jah­re 2023 das Erfolgs­kon­zept der inte­grier­ten Bera­tung: Betriebs­wirt­schaft­li­che Kom­pe­tenz mit spe­zia­li­sier­ter Rechts­be­ra­tung und Rechts­ge­stal­tung auf allen Gebie­ten des Restrukturierungsrechts.

  • Die NEUERO-Farm- und För­der­tech­nik GmbH hat sich mit­hil­fe eines Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens erfolg­reich saniert. Das Fami­li­en­un­ter­neh­men, das rund 50 Mit­ar­bei­ten­de beschäf­tigt, hat­te am 23.02.2022 beim Amts­ge­richt Osna­brück ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren bean­tragt. Der Restruk­tu­rie­rungs­plan wur­de von den Gläu­bi­gern ein­stim­mig ange­nom­men und das Ver­fah­ren am 31.12.2022 aufgehoben.

  • Die Dücker-Grup­pe will ihre drei Gesell­schaf­ten Dücker Group GmbH, die Dücker con­vey­or sys­tems GmbH sowie die Dücker För­der-Sys­te­me GmbH durch ein Schutz­schirm­ver­fah­ren sanie­ren. Das Amts­ge­richt Düs­sel­dorf stimm­te dem ent­spre­chen­den Antrag zu.

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