Das Amts­ge­richt Aich­ach hat die Kla­ge des Insol­venz­ver­wal­ters der Pre­mi­um Safe Ltd. abge­wie­sen und gab dem Anle­ger recht.

Der Insol­venz­ver­wal­ter der Pre­mi­um Safe Ltd., Herr Rechts­an­walt Oli­ver Schartl, hat die von Herrn Rechts­an­walt Sascha Borow­ski, Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp, ver­tre­te­nen Anle­ger wegen eines ver­meint­lich bestehen­den insol­venz­recht­li­chen Anfech­tungs­an­spruchs in Anspruch genom­men. Die von dem Insol­venz­ver­wal­ter gericht­lich gel­tend gemach­te Rück­for­de­rung der sei­ner­zeit gezahl­ten „Zinsen/Renditen“ wur­de mit der insol­venz­recht­li­chen Anfech­tungs­vor­schrift über eine unent­gelt­li­che Leis­tung (§ 134 Abs. 1 InsO) begründet.

Zudem stütz­te der selbst anwalt­lich ver­tre­te­ne Insol­venz­ver­wal­ter sei­ne For­de­rung auf das Betrei­ben eines soge­nann­ten Schnee­ball­sys­tems. Der Insol­venz­ver­wal­ter berief sich auf den Bun­des­ge­richts­hof und sei­ne Recht­spre­chung zur Schein­ge­winn­aus­schüt­tung. Danach habe Pre­mi­um Safe kei­ne Gewin­ne erzielt und somit hät­te das Unter­neh­men auch kei­ne Aus­schüt­tun­gen an die Anle­ger vor­neh­men dür­fen. Die Zah­lun­gen an die Inves­to­ren sei­en aus dem Anla­ge­ver­mö­gen des Unter­neh­mens geleis­tet wor­den oder es wur­den ein­ge­hen­de neue Anle­ger­gel­der dazu ver­wen­det. Dabei han­delt es sich um ein Schnee­ball­sys­tem. Nun müs­se er die Aus­zah­lun­gen eines sol­chen Schnee­ball­sys­tems zurück­for­dern. Zudem wird die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die Zins­zah­lun­gen nicht wirk­sam ver­ein­bart wor­den seien.

Das Gericht konn­te nach der Beweis­auf­nah­me jedoch dahin­ste­hen las­sen, ob die Vor­aus­set­zun­gen der insol­venz­recht­li­chen („Schenkungs“-)Anfechtung vor­lie­gen. Es ging von der Ent­rei­che­rung des Anle­gers aus und folg­te damit der Argu­men­ta­ti­on des ver­klag­ten Anle­gers. Die Kos­ten des Ver­fah­rens, damit auch die Anwalts­kos­ten des betrof­fe­nen Anle­gers, sind von dem Ver­wal­ter bzw. der Insol­venz­schuld­ne­rin zu zahlen.

Die Abwehr sol­cher For­de­run­gen durch den Insol­venz­ver­wal­ter sind mit­un­ter kom­plex und kein „Selbst­läu­fer. Den­noch zeigt die­ses Urteil, dass Anle­ger der Inan­spruch­nah­me des Insol­venz­ver­wal­ters nicht schutz­los aus­ge­lie­fert sind“, so Rechts­an­walt Borowski.

Rund 3.200 Anle­ger haben bei der inzwi­schen insol­ven­ten Pre­mi­um Safe Ltd. Gel­der inves­tiert, indem sie Nach­rang­dar­le­hen oder Genuss­rech­te zeich­ne­ten. Für die Anle­ger kam die Inan­spruch­nah­me unver­mit­telt, da sie bereits die inves­tier­ten Gel­der ver­lo­ren hat­ten und nun auch noch in Anspruch genom­men wer­den. Der Direk­tor der Insol­venz­schuld­ne­rin, Herr Dani­el Ucker­mann, wur­de zwi­schen­zeit­lich vom Land­ge­richt Mün­chen zu einer mehr­jäh­ri­gen Haft­stra­fe verurteilt.

Sascha Borow­ski
Kon­takt zu Sascha Borowski

 

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