Bocholt. 2. Okto­ber 2014. Die Hul­ver­shorn Eisen­gie­ße­rei, Bocholt, plant eine umfang­rei­che Restruk­tu­rie­rung des Unter­neh­mens und hat dazu beim Amts­ge­richt Müns­ter einen Antrag auf ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren gestellt. Durch die Eigen­ver­wal­tung kann Geschäfts­füh­rer Chris­ti­an Gün­disch die bis­her begon­ne­nen Sanie­rungs­maß­nah­men in Eigen­re­gie fort­füh­ren. Unter­stützt wird er im Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren durch einen Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­rer. Mit Wir­kung zum 2. Okto­ber wird Dr. Utz Bröm­me­kamp von der Wirt­schafts­kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp das Amt auf­neh­men. Wei­ter­hin benann­te das Amts­ge­richt Müns­ter Dr. Sebas­ti­an Hen­ne­ke (Kanz­lei hrm Hen­ne­ke Röp­ke) aus Bocholt zum vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter. Die 219 Mit­ar­bei­ter wur­den heu­te im Rah­men einer Betriebs­ver­samm­lung über die Antrag­stel­lung infor­miert. Die Löh­ne und Gehäl­ter sind in den ers­ten drei Mona­ten des Ver­fah­rens über das Insol­venz­geld abge­si­chert. Ein Arbeits­platz­ab­bau ist nicht geplant.

Das Unter­neh­men wird zusam­men mit dem Bera­tungs­un­ter­neh­men Bucha­lik Bröm­me­kamp einen Sanie­rungs­plan ent­wi­ckeln, der die Eck­pfei­ler zur Fort­füh­rung des Unter­neh­mens auf­zeigt. Dem Sanie­rungs­plan mit den Maß­nah­men zur Ent­schul­dung des Unter­neh­mens müs­sen letzt­end­lich die Gläu­bi­ger zustim­men, spä­ter wird der Plan vom Amts­ge­richt bestä­tigt. Eine der ers­ten Schrit­te wird nun das Wie­der­hoch­fah­ren der zum Teil zum Erlie­gen gebrach­ten Pro­duk­ti­on sein. Wei­ter­hin sind Opti­mie­run­gen in den Pro­duk­ti­ons­pro­zes­sen, die Ver­stär­kung der Ver­triebs­ak­ti­vi­tä­ten und die Redu­zie­rung der Abhän­gig­keit von der Wind­kraft­bran­che geplant.

Mit dem Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren nutzt die Eisen­gie­ße­rei eine neue Mög­lich­keit der Insol­venz­ord­nung, deren Reform 2012 in Kraft trat. Das Unter­neh­men habe sich letzt­lich für die Eigen­ver­wal­tung ent­schie­den, weil das Ver­fah­ren die bes­ten Instru­men­te bie­te, die ein­ge­lei­te­te Sanie­rung im Inter­es­se aller Sta­ke­hol­der schnell und erfolg­reich umzu­set­zen. „Die Gesprä­che mit den wich­tigs­ten Kun­den und Lie­fe­ran­ten stim­men uns sehr posi­tiv, so dass der Geschäfts­be­trieb wie­der rei­bungs­los lau­fen kann“, so Geschäfts­füh­rer Chris­ti­an Gün­disch. Die Gesell­schaf­ter haben bereits die Finan­zie­rung im Eröff­nungs­ver­fah­ren zuge­sagt. Auch die IG Metall und der Betriebs­rat brach­ten ihre Hoff­nung zum Aus­druck, dass die Sanie­rung erfolg­reich ver­läuft und dadurch mög­lichst alle Arbeits­plät­ze gesi­chert wer­den. Der ers­te Bevoll­mäch­tig­te der IG Metall Bocholt bewer­tet die­sen Schritt posi­tiv für das Unter­neh­men und die Arbeit­neh­mer, weist aber dar­auf hin, dass hier­zu aus den Feh­lern der Ver­gan­gen­heit gelernt wer­den muss.

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