Bei Sanie­­rungs- und Insol­venz­ver­fah­ren hört man immer wie­der, dass Unter­neh­men voll­stän­dig oder teil­wei­se ver­kauft wer­den. Damit soll auf der einen Sei­te Geld in die Kas­se kom­men, um die Sanie­rung vor­an­zu­trei­ben und/oder Gläu­bi­ger zu befrie­di­gen; und auf der ande­ren Sei­te kön­nen durch einen Ver­kauf unge­sun­de  Betriebs­tei­le abge­spal­ten wer­den. Die Exper­ten des 3. RP-Wir­t­­schafts­­­fo­rums „Insol­venz & Sanie­rung“ beto­nen auch, wel­che Bedeu­tung soge­nann­te  M&A‑Prozesse (Mer­gers & Acqui­si­ti­ons, also Unter­neh­mens­trans­ak­tio­nen) haben – aber auch, dass sie nicht immer  der Weis­heit letz­ter Schluss für Unter­neh­men in der Kri­se sind.

„Vor allem in mit­tel­gro­ßen  Ver­fah­ren hören wir oft die For­de­rung nach einem M&A‑Prozess, sonst wür­den die Gläu­bi­ger dem Antrag auf Eigen­ver­wal­tung nicht zustim­men. Tat­säch­lich kann eine Trans­ak­ti­on dann Sinn erge­ben, wenn Unter­neh­men es sonst nicht schaf­fen kön­nen“,  sagt Robert Bucha­lik von Bucha­lik Bröm­me­kamp. Er ist sich mit Georg F. Kre­plin (Kre­plin & Part­ner) einig, der her­aus­stellt: „Mit einem M&ADeal kön­nen wir Ergeb­nis­se erzie­len, die ein Unter­neh­men sonst viel­leicht nicht leis­ten kann. Soll das Unter­neh­men aber durch die Instru­men­te der Insol­venz­ord­nung nach der Sanie­rung beim bis­he­ri­gen Eigen­tü­mer ver­blei­ben, kann ein M&A‑Prozess stö­rend sein, da bei­spiels­wei­se durch das Bie­ter­ver­fah­ren Inter­na an den Wett­be­werb drin­gen kön­nen.“ Hin­ge­gen betont Dr. Gui­do Krü­ger (Bei­ten Burk­hardt), dass in der Kri­se ein M&A‑Verfahren jeden­falls dann sinn­voll sei, wenn zu sanie­ren­de Unter­neh­men einen guten Markenkern/Produktkern hät­ten und ein Inves­tor hier­auf auf­bau­end neue Ver­­­triebs- und Pro­duk­ti­ons­struk­tu­ren imple­men­tie­ren kön­ne. Dr. Peter Neu von D’Avoine Teu­bler Neu kennt die For­de­rung nach dem Anstoß eines M&A‑Verfahrens eben­so aus der Ver­wal­t­erpra­xis. „Die Gläu­bi­ger wol­len ver­glei­chen und den Unter­schied fest­stel­len zwi­schen der erziel­ba­ren Quo­te in der Sanie­rung und der bei einem Ver­kauf. Das ist nach­voll­zieh­bar und muss hoch­sen­si­bel gehand­habt wer­den.“ Dr. Dirk And­res (And­res­Part­ner) betont, dass der Ver­wal­ter auf­zei­gen müs­se, was mög­lich sei und was nicht. Nicht immer füh­re ein Ver­kauf zur all­sei­ti­gen best­mög­li­chen Gläu­bi­ger­be­frie­di­gung, schließ­lich hät­ten vor allem Mit­ar­bei­ter und Lie­fe­ran­ten viel­mehr Inter­es­se an einem Erhalt des Unter­neh­mens als an einer Über­tra­gung, die für sie unsi­cher sein könne. …

Der kom­plet­te Arti­kel in der Rhei­ni­schen Post

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