Das Amts­ge­richt Lin­gen hat das Insol­venz­ver­fah­ren über das Ver­mö­gen der Beck­mann Vol­­mer-Grup­­pe eröff­net und zugleich die Eigen­ver­wal­tung ange­ord­net. Ers­te Maß­nah­men zur Neu­aus­rich­tung des Unter­neh­mens konn­ten bereits umge­setzt wer­den. Zudem wur­de ein Inves­to­ren­pro­zess gestar­tet, um einen star­ken Finanz­part­ner in das Unter­neh­men zu holen. Damit erzielt die Sanie­rung des Maschi­­nen- und Anla­gen­bau­ers deut­li­che Fort­schrit­te. Sie erfolgt auf Basis eines abge­stimm­ten Zukunfts­kon­zep­tes in Eigen­ver­wal­tung, das die Geschäfts­füh­rung ent­wi­ckelt hat und nun gemein­sam mit den Gesell­schaf­tern Rai­ner Beck­mann, Tho­mas Vol­mer, Bernd Vol­mer sowie Hei­ko Moli­tor umsetzt. Ver­stärkt wird die Geschäfts­füh­rung durch die Insol­­venz- und Sanie­rungs­ex­per­tin Saskia Strei­cher von der Düs­sel­dor­fer Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp sowie den kauf­män­ni­schen Geschäfts­füh­rer Rüdi­ger Siep­mann. Zum Sach­wal­ter wur­de Rechts­an­walt Edgar Grön­da aus Bre­men, Schult­ze & Braun Rechts­an­walts­ge­sell­schaft für Insol­venz­ver­wal­tung GmbH, benannt, der bereits als vor­läu­fi­ger Sach­wal­ter tätig war. Der lau­fen­de Geschäfts­be­trieb wird auch nach Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens fortgeführt.

Das Zukunfts­kon­zept sieht neben der Ver­stär­kung in den Unter­neh­mens­be­rei­chen Ver­trieb, Qua­li­tät und Ein­kauf auch den Aus­bau der Lohn­fer­ti­gung in der mecha­ni­schen Metall­ver­ar­bei­tung vor. „Wir konn­ten schon ers­te Auf­trä­ge akqui­rie­ren. Das zeigt, dass die Kun­den wei­ter­hin hin­ter dem Unter­neh­men ste­hen und unse­ren Restruk­tu­rie­rungs­kurs unter­stüt­zen“, erklärt Geschäfts­füh­rer und Mit­grün­der Rai­ner Beck­mann. Dar­über hin­aus will sich das Unter­neh­men von unpro­fi­ta­blen Auf­trä­gen tren­nen. So wird das kom­mu­na­le Geschäft der Beck­mann Vol­mer WET auf­ge­ge­ben. Die gewinn­brin­gen­den Indus­trie­auf­trä­ge über­nimmt die Beck­mann Vol­mer GmbH & Co. KG.

Die Beck­mann Vol­­mer-Grup­­pe hat­te am 27. Juni 2013 einen Insol­venz­an­trag gestellt. Schon damals ord­ne­te das Amts­ge­richt Lin­gen auf Antrag des Unter­neh­mens eine vor­läu­fi­ge Eigen­ver­wal­tung an, die vom vor­läu­fi­gen Gläu­bi­ger­aus­schuss ein­stim­mig befür­wor­tet wur­de. Der anhal­ten­de mas­si­ve Rück­gang im Wind­ener­gie­sek­tor und das star­ke Wachs­tum der Grup­pe haben zu der wirt­schaft­li­chen Schief­la­ge geführt. Das Unter­neh­men beschäf­tigt welt­weit rund 300 Mit­ar­bei­ter und erziel­te in 2012 einen Umsatz von ca. 55 Mio. Euro.

Hin­ter­grund: Was ist eine vor­läu­fi­ge Eigen­ver­wal­tung (§270a InsO): 

Seit dem 1. März 2012 lässt die neue Insol­venz­ord­nung auf Antrag­stel­lung eine soge­nann­te vor­läu­fi­ge Eigen­ver­wal­tung zu. In der Eigen­ver­wal­tung bleibt die Geschäfts­füh­rung wei­ter­hin im Amt und kann die Geschi­cke des Unter­neh­mens wei­ter len­ken. Anstatt eines Insol­venz­ver­wal­ters wird ein vor­läu­fi­ger Sach­wal­ter bestellt. Der vor­läu­fi­ge Sach­wal­ter hat haupt­säch­lich die Auf­ga­be, die wirt­schaft­li­che Lage des Schuld­ners zu prü­fen und die Geschäfts­füh­rung zu über­wa­chen. Im Ein­ver­neh­men mit den Gläu­bi­gern, dem vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter und dem Insol­venz­ge­richt will das Ver­fah­ren die Fort­füh­rung eines Unter­neh­mens unter dem Schutz der Insol­venz­ord­nung ermög­li­chen. Ziel des Ver­fah­rens ist es, das Unter­neh­men dem bis­he­ri­gen Gesell­schaf­ter­kreis zu erhal­ten und es nicht zu zer­schla­gen. Des­halb wird das Unter­neh­men regel­mä­ßig auch nicht ver­kauft (asset deal), son­dern über einen Insol­venz­plan entschuldet.

Über Beck­mann Volmer

Beck­mann Vol­mer wur­de 1995 von den vier Gesell­schaf­tern  Bernd Vol­mer, Tho­mas Vol­mer, Hei­ko Moli­tor und Rai­ner Beck­mann gegrün­det und wuchs zunächst mit den orts­an­säs­si­gen Wind­ener­gie­an­la­gen­her­stel­lern. In den letz­ten 10 Jah­ren ent­stand dar­aus einer der Haupt­lie­fe­ran­ten von qua­li­ta­tiv anspruchs­vol­len, schwe­ren Schweiß- und Stahl­bau­kon­struk­tio­nen für die füh­ren­den Her­stel­ler von Wind­kraft­an­la­gen (GE, Repower, Are­va, Nordex, Gold­wind). Durch die hohe Fer­ti­gungs­tie­fe vom Blech­zu­schnitt bis zur Lackie­rung an welt­weit vier Pro­duk­ti­ons­stand­or­ten (Deutsch­land, Chi­na, Polen, USA) gelang es, die Schwan­kun­gen im Auf­trags­ein­gang immer wie­der aus­zu­glei­chen. Dane­ben konn­te sich Beck­mann Vol­mer mit sei­ner hohen Fer­ti­gungs­kom­pe­tenz erfolg­reich in ande­ren Wachs­tums­märk­ten eta­blie­ren. Bei­spiel­haft sind dafür die Bahn­tech­nik, die Umwelt­tech­nik, die Land­tech­nik sowie die Öl- und Gas­för­de­rung genannt. Die Beck­mann Vol­­mer-Grup­­pe beschäf­tig­te Ende 2012 welt­weit über 300Mitarbeiter und erziel­te eine Gesamt­leis­tung von 55 Mio. Euro.

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