Die Stein­co Paul vom Stein GmbH in Wer­mels­kir­chen ist erfolg­reich saniert und wie­der zukunfts­fä­hig auf­ge­stellt. Heu­te infor­mier­te die Geschäfts­lei­tung des Rol­len­her­stel­lers die rund 200 Mit­ar­bei­ter über das Ende des Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens. Bereits Anfang des Monats hat­te das Amts­ge­richt Köln den Beschluss über die Auf­he­bung getrof­fen. In dem über­aus erfolg­reich abge­schlos­se­nen Ver­fah­ren wer­den die Gläu­bi­ger kei­ner­lei Scha­den erlei­den und gemäß dem vom Köl­ner Insol­venz­ge­richt bestä­tig­tem Insol­venz­plan voll­stän­dig befrie­digt werden.

„Nach der nun erfolg­ten Restruk­tu­rie­rung besteht jetzt wie­der Sicher­heit für unse­re Mit­ar­bei­ter, Kun­den und Lie­fe­ran­ten. Stein­co hat sei­ne Pro­fi­ta­bi­li­tät wie­der zurück­ge­won­nen, kann sich nun opti­mal am Markt posi­tio­nie­ren und wird zukünf­tig wie­der in neue Pro­duk­te inves­tie­ren. Bei allen Betei­lig­ten, dem Betriebs­rat und beson­ders unse­ren Mit­ar­bei­tern bedan­ke ich mich für das Ver­trau­en und die oft inten­si­ve Zusam­men­ar­beit“, so der Tech­ni­sche Lei­ter Ralf Goos, der nach dem Ver­fah­ren in die Stein­­co-Geschäfts­­­füh­­rung wech­seln wird.

Beson­ders erfreu­lich ist, dass der Gläu­bi­ger­aus­schuss und ins­be­son­de­re die sehr enga­gier­te Stadt­spar­kas­se Wer­mels­kir­chen voll­um­fäng­lich hin­ter dem erar­bei­te­ten Sanie­rungs­kon­zept ste­hen. Glei­ches gilt für den Sach­wal­ter Dr. Andre­as Ringst­mei­er von der gleich­na­mi­gen Sozie­tät in Köln und sei­nem Team. Eben­so hat­ten alle Gläu­bi­ger in vol­lem Umfang für das Kon­zept votiert und damit den Weg für die schnel­le Auf­he­bung des Ver­fah­rens geebnet.

Die Unter­neh­mens­lei­tung von Stein­co hat­te im August 2018 beschlos­sen, sich über eine Sanie­rung in Eigen­ver­wal­tung für die Zukunft neu auf­zu­stel­len. Wesent­li­cher Grund war die Dre­he­­rei-Spar­­te, die unter der gro­ßen Abhän­gig­keit von der Auto­mo­bil­in­dus­trie mit ent­spre­chen­dem Preis­druck und hohen Ver­lus­ten litt. Die Ver­lus­te konn­ten durch die ande­ren Unter­neh­mens­be­rei­che nicht mehr kom­pen­siert wer­den. Zusätz­lich belas­te­te die hohe Pro­dukt­viel­falt der drei Pro­dukt­be­rei­che die Ergeb­nis­se. In der Kom­bi­na­ti­on führ­te dies schlei­chend in die Liquiditätskrise.

Zusam­men mit dem Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­rer Vol­ker Schreck sowie der Düs­sel­dor­fer Kanz­lei und Unter­neh­mens­be­ra­tung Bucha­lik Bröm­me­kamp wur­den die Spar­ten und die Pro­duk­te auf dem Prüf­stand gestellt. „Stein­co wird sich künf­tig auf die Kern­spar­te Rol­len und Räder für die Medi­zin­tech­nik und Schnell­ver­schluss­kupp­lun­gen kon­zen­trie­ren. Wei­ter­hin wur­de die Her­stel­lung von Dreh­tei­len für Fremd­kun­den been­det. Das Pro­­­dukt-Por­t­­fo­­lio wur­de um mar­gen­schwa­che Tei­le berei­nigt. Das führ­te allein schon zu einer erheb­li­chen Auf­­­wands- und Kos­ten­re­duk­ti­on“, beschreibt Rüdi­ger Oymanns, Asso­cia­te Part­ner bei Bucha­lik Bröm­me­kamp, das Sanie­rungs­kon­zept, das die Ent­schul­dung sowie die erfor­der­li­chen Sanie­rungs­maß­nah­men zum Fort­be­stehen des Unter­neh­mens aufzeigt.

Ers­te Erfol­ge des Sanie­rungs­kon­zep­tes konn­te der Rol­len­her­stel­ler schon wäh­rend des Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens erzie­len. In der Rekord­zeit von nur neun Mona­ten wur­de der Tur­naround geschafft. „Aktu­ell liegt unser Umsatz und das Betriebs­er­geb­nis deut­lich über dem Plan“, freut sich Ver­triebs­ge­schäfts­füh­rer Micha­el Pesch. Auf­grund der sehr guten Ergeb­nis­ent­wick­lung und der damit ver­bun­de­nen aus­rei­chen­den Liqui­di­tät kann das Unter­neh­men die Gläu­bi­ger ohne jeg­li­che zusätz­li­che Fremd­mit­tel voll­stän­dig befriedigen.

Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­rer Vol­ker Schreck, der Stein­co nach der Ver­fah­rens­auf­he­bung plan­mä­ßig wie­der ver­las­sen wird, sieht eben­falls gute Chan­cen für die nach­hal­ti­ge Fort­füh­rung des Unter­neh­mens: „Die Signa­le ste­hen auf grün. Schon wäh­rend des Ver­fah­rens erhiel­ten wir eine gro­ße Unter­stüt­zung durch unse­re Kun­den, die teil­wei­se mehr Pro­duk­te abnah­men als geplant. Für Stein­co gilt es des­halb, die jetzt begon­ne­nen Maß­nah­men kon­se­quent wei­ter zu füh­ren.“ Den Schlüs­sel für die erfolg­rei­che Sanie­rung sieht Ralf Goos aller­dings auch in der recht­zei­ti­gen Antrags­stel­lung: „Der Ent­schluss für eine Eigen­ver­wal­tung ist bei Stein­co sehr früh gefal­len. Wir waren damals nur dro­hend zah­lungs­un­fä­hig und somit stan­den uns noch vie­le Hand­lungs­mög­lich­kei­ten offen. Damit haben wir eine zwei­te Chan­ce erhalten.“

Wäh­rend des Ver­fah­rens schaff­te Stein­co zudem die Basis für ein neu­es Toch­ter­un­ter­neh­men. Anfang Juni geht die neu gegrün­de­te Stein­con­nec­tor GmbH an den Start, in der die Akti­vi­tä­ten um die Schnell­ver­schluss­kupp­lun­gen gebün­delt wer­den. „Ins­be­son­de­re im Maschi­­nen- und Anla­gen­bau sowie der Medi­­­zin- und Kanal­tech­nik wer­den die inno­va­ti­ven Sicher­heits­lö­sun­gen von Stein­co nach­ge­fragt“, erklärt Paul-Frank vom Stein, Geschäfts­füh­rer der Stein­con­nec­tor GmbH.

Mit der Eigen­ver­wal­tung nutz­te Stein­co eine Sanie­rungs­mög­lich­keit, die Unter­neh­men erst seit 2012 zur Ver­fü­gung steht. Im Vor­der­grund der soge­nann­ten Sanie­rung unter Insol­venz­schutz steht die Fort­füh­rung des Unter­neh­mens, wes­halb die unter­neh­me­ri­sche Ver­ant­wor­tung auch bei der Geschäfts­füh­rung ver­bleibt. Sie führt den Sanie­rungs­pro­zess selbst­stän­dig aber unter der Auf­sicht eines Sach­wal­ters durch. „Lei­der war das Ver­fah­ren bei vie­len Kun­den und Lie­fe­ran­ten noch unbe­kannt. Durch vie­le Gesprä­che konn­ten wir das Ver­trau­en in die Eigen­ver­wal­tung und in die Zukunft von Stein­co gewin­nen. Zudem berich­te­ten wir lau­fend über unse­re Sanie­rungs­schrit­te. Die offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on hat sich am Ende aus­ge­zahlt, so dass wir die Umsät­ze in der Insol­venz­pha­se sogar stei­gern konn­ten“, erklärt Goos.

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