Die finan­zi­el­le Hava­rie der Schif­f­­fahrts-Gesel­l­­schaft MS „GLORY“ mbH & Co. KG nimmt für die Anle­ger immer noch kein Ende. 2013 star­te­te die Gesell­schaft einen Sanie­rungs­ver­such, der letzt­end­lich am 26. Juni 2016 in der Insol­venz mün­de­te. Die Anle­ger die­ses Schiffs­fonds haben damit nicht nur erheb­li­che Ver­lus­te erlit­ten, nun­mehr wer­den sie vom Insol­venz­ver­wal­ter mit Rück­füh­rungs­an­sprü­chen über­zo­gen. Die Insol­venz­ver­wal­ter­kanz­lei Brink­mann & Part­ner for­dert der­zeit – noch vor­ge­richt­lich – die Kom­man­di­tis­ten (Anle­ger) zur Rück­zah­lung der in den Jah­ren 2003 bis 2008 an sie gezahl­ten Aus­schüt­tun­gen auf. In den drei­sei­ti­gen Auf­for­de­rungs­schrei­ben ver­weist der Insol­venz­ver­wal­ter auf das Wie­der­auf­le­ben der Haf­tung nach § 172 Abs. 4 HGB. Rund 500 Anle­ger sol­len vor knapp einem Vier­tel­jahr­hun­dert ins­ge­samt 15,5 Mil­lio­nen Euro in den Schiffs­fonds inves­tiert haben.

Frag­li­cher Anspruch

Eine sol­che Haf­tung setzt grund­sätz­lich vor­aus, dass die Haft­ein­la­ge nicht voll­stän­dig oder nicht mehr voll­stän­dig ein­ge­zahlt ist. Ob und in wel­cher Höhe tat­säch­lich For­de­run­gen bestehen, wird den Anle­gern vom Insol­venz­ver­wal­ter nicht mit­ge­teilt. Damit ist für die Anle­ger auch nicht ersicht­lich, ob der von dem Insol­venz­ver­wal­ter gel­tend gemach­te Anspruch über­haupt besteht.

Nach der BGH-Rech­t­­s­pre­chung kann der Insol­venz­ver­wal­ter gegen­über den Anle­gern sol­cher Fonds nur dann For­de­run­gen gel­tend machen, wenn die­sen auch For­de­run­gen von Gläu­bi­gern gegen­über­ste­hen. D. h.: Rei­chen die bis­her vom Insol­venz­ver­wal­ter gel­tend gemach­ten Ansprü­che aus, um die For­de­run­gen der Gläu­bi­ger voll­stän­dig zu befrie­di­gen, schei­det eine Inan­spruch­nah­me der Kom­man­di­tis­ten aus. Ein Kapi­tal­erhal­tungs­grund­satz, wie es ihn im Akti­en- und GmbH-Recht gibt, besteht bei der Publi­­kums-KG – wie hier – nicht.

Was sol­len und kön­nen Anle­ger tun?

Anle­ger des MS-Glo­­ry-Schiffs­­fonds soll­ten auf kei­nen Fall vor­schnell und unge­prüft der Zah­lungs­auf­for­de­rung des Insol­venz­ver­wal­ters nach­kom­men. Zunächst ist zu prü­fen, ob ein Anspruch des Insol­venz­ver­wal­ters über­haupt besteht. Dies setzt neben fest­ge­stell­ten For­de­run­gen von Gläu­bi­gern im Insol­venz­ver­fah­ren unter ande­rem auch eine Rück­zah­lung des Eigen­ka­pi­tals des in Anspruch genom­me­nen Anle­gers vor­aus. Die­ses zurück­ge­zahl­te Eigen­ka­pi­tal dürf­te nicht wie­der zurück­ge­zahlt wor­den sein. Im Rah­men des Sanie­rungs­ver­suchs im Jahr 2013 haben zahl­rei­che Anle­ger Sanie­rungs­bei­trä­ge geleis­tet, die eben­falls zu berück­sich­ti­gen sind und nicht wie­der zurück­ge­for­dert wer­den dürfen.

Kurz­um: Es bestehen ver­schie­dens­te Ver­tei­di­gungs­mög­lich­kei­ten, die For­de­run­gen erfolg­reich abzuwehren.

Ins­ge­samt han­delt es sich bei der Rück­for­de­rung von Eigen­ka­pi­tal, ins­be­son­de­re wie in die­sem Fall, um kom­ple­xe bilanz‑, gesel­l­­schafts- sowie insol­venz­recht­li­che Fra­ge­stel­lun­gen. Die Abwehr sol­cher For­de­rung bedarf nicht nur kapitalmarkt‑, son­dern auch insol­venz­recht­li­cher Expertise.

Über Bucha­lik Brömmekamp

Seit über zehn Jah­ren ver­tritt Rechts­an­walt Sascha Borow­ski (Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht) von der Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp erfolg­reich Inves­to­ren sowohl bei der Durch­set­zung als auch bei der Abwehr von Ansprü­chen in- und außer­halb des Insolvenzverfahrens.

Die Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp zählt zu den mark­füh­ren­den Insol­­venz- und Sanie­rungs­be­ra­tern und wur­de viel­fach, so u.a. vom FOCUS zur TOP Wirt­schafts­kanz­lei im Bereich Insol­venz & Sanie­rung ausgezeichnet.

Ger­ne bera­ten wir Sie bei der Abwehr der For­de­rung. Set­zen Sie sich per E‑Mail kapitalanlagen@buchalik-broemmekamp.de, Tele­fon: 0211 / 828977–200 oder pos­ta­lisch: Bucha­lik Bröm­me­kamp Rechts­an­walts­ge­sell­schaft mbH, Prin­zen­al­lee 15, 40549 Düs­sel­dorf, in Verbindung.

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