• Pro­duk­ti­on von Wasch- und Rei­ni­gungs­mit­teln läuft unver­än­dert weiter
  • Arbeits­platz­ab­bau ist nicht geplant

Neun­kir­chen Seel­scheid. 4. Sep­tem­ber 2017. Die Thurn Pro­duk­te GmbH und die AT Abfüll­be­trieb Gre­ven GmbH, die ehe­ma­li­gen Luhns­wer­ke, wol­len sich durch ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren sanie­ren und wie­der wett­be­werbs­fä­hig auf­stel­len. Den ent­spre­chen­den Anträ­gen der Geschäfts­füh­rung hat das Amts­ge­richt Bonn zuge­stimmt. „Mit der Eigen­ver­wal­tung ver­fol­gen wir das Ziel, die bei­den Unter­neh­men fort­zu­füh­ren und nach­hal­tig zu sanie­ren sowie die Arbeits­plät­ze zu erhal­ten. Des­halb lau­fen der Geschäfts­be­trieb und die Pro­duk­ti­on wei­ter wie bis­her“, erklärt Geschäfts­füh­rer Adolf Gün­ter Thurn. Mit dem Ver­fah­ren nut­zen die Unter­neh­men die Chan­ce, die der Gesetz­ge­ber mit dem ESUG (Gesetz zur wei­te­ren Erleich­te­rung der Sanie­rung von Unter­neh­men) vor fünf Jah­ren geschaf­fen hat, damit sich Unter­neh­men in schwie­ri­gen Situa­tio­nen wie­der neu auf­stel­len kön­nen. Die Unter­neh­mens­lei­tung bleibt in der Eigen­ver­wal­tung wei­ter­hin im Amt und wird die Sanie­rung selbst­stän­dig durchführen.

In dem Ver­fah­ren wird die Thurn-Grup­­pe vom Bera­tungs­un­ter­neh­men Bucha­lik Bröm­me­kamp beglei­tet. Die Düs­sel­dor­fer Bera­tung und Wirt­schafts­kanz­lei wird die Unter­neh­men in recht­li­chen Belan­gen des Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens beglei­ten und die betriebs­wirt­schaft­li­che sowie ope­ra­ti­ve Restruk­tu­rie­rung durch­füh­ren. Neben der Erstel­lung des Sanie­rungs­kon­zep­tes wird die Unter­neh­mens­lei­tung durch den Sanie­rungs­ex­per­ten Nils Aver­beck ergänzt. „Die Thurn-Grup­­pe hat enor­mes Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al, des­halb ist die Eigen­ver­wal­tung der rich­ti­ge Weg für das Unter­neh­men, um die Sanie­rung im Inter­es­se aller Betei­lig­ten schnell und erfolg­reich umzu­set­zen“, erklärt Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­rer Nils Averbeck.

Der Wasch‑, Putz- und Rei­ni­gungs­mit­tel­her­stel­ler betreibt vier Pro­duk­ti­ons­stät­ten in Neun­kir­chen Seel­scheid, Gre­ven, Kerk­ra­de und Much. Das nie­der­län­di­sche Werk in Kerk­ra­de ist von dem Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren nicht betrof­fen. Die Unter­neh­men erwirt­schaf­te­ten im ver­gan­ge­nen Jahr einen Umsatz von rund 200 Mio. Euro und beschäf­ti­gen über 450 Mit­ar­bei­ter. Die Mit­ar­bei­ter wur­den heu­te in einer Betriebs­ver­samm­lung über den Antrag infor­miert. Die Löh­ne und Gehäl­ter der Mit­ar­bei­ter für den Monat August wur­den vom Unter­neh­men bezahlt und sind dar­über hin­aus für wei­te­re drei Mona­te über die Bun­des­agen­tur für Arbeit abge­si­chert. Danach über­neh­men die Unter­neh­men wie­der die Zah­lun­gen an die Mit­ar­bei­ter. Ein Arbeits­platz­ab­bau ist der­zeit nicht geplant.

Das 1977 gegrün­de­ten Unter­neh­men hat sich zu einer Sanie­rung in Eigen­ver­wal­tung ent­schie­den, da sich Opti­mie­rungs­maß­nah­men, die im ver­gan­gen Jahr ent­wi­ckelt wur­den, ver­zö­ger­ten und die gewünsch­ten Kos­ten­re­du­zie­run­gen aus­blie­ben. Eben­so bleibt die Ren­ta­bi­li­tät des Pro­duk­ti­ons­wer­kes in Gre­ven hin­ter den Erwar­tun­gen zurück. „Mit der Eigen­ver­wal­tung kön­nen wir nun wei­te­re Maß­nah­men nut­zen, die die Ertrags- und Liqui­di­täts­la­ge des Unter­neh­mens deut­lich ver­bes­sern. Die wich­tigs­ten Lie­fe­ran­ten haben bereits zuge­si­chert, zum Unter­neh­men zu ste­hen und uns wei­ter zu belie­fern. Auch die Han­dels­part­ner wol­len den ein­ge­schla­ge­nen Weg mit­zu­ge­hen“, blickt Geschäfts­füh­rer Adolf Gün­ter Thurn zuver­sicht­lich in die Zukunft.

Zusam­men mit dem Bera­tungs­un­ter­neh­men Bucha­lik Bröm­me­kamp wird das Unter­neh­men ein Sanie­rungs­kon­zept erar­bei­ten und zeit­nah umset­zen. Im Mit­tel­punkt des Kon­zep­tes ste­hen Pro­zess­op­ti­mie­run­gen in der Ver­wal­tung und den Pro­duk­ti­ons­stät­ten, eine Redu­zie­rung der Kom­­ple­xi­­täts- und Logis­tik­kos­ten sowie Inves­ti­tio­nen in inno­va­ti­ve Pro­duk­te und neue Ver­triebs­ka­nä­le. „Die Grup­pe erzielt über­durch­schnitt­li­che Erfol­ge in der For­schung und Ent­wick­lung und lan­det bei vie­len Pro­dukt­tests regel­mä­ßig auf den vor­de­ren Plät­zen“, erläu­tert Adolf Gün­ter Thurn nicht ganz ohne Stolz und wei­ter, „dar­an wol­len wir auch in der Eigen­ver­wal­tung anknüpfen.“

Mit der Eigen­ver­wal­tung nut­zen die Unter­neh­men die seit 2012 gel­ten­den Mög­lich­kei­ten einer Sanie­rung unter dem Schutz des Gesetz­ge­bers. Wäh­rend des Ver­fah­rens wer­den die Geschäf­te wei­ter­hin unter der Lei­tung der bis­he­ri­gen Geschäfts­füh­rung geführt. Aller­dings steht die Unter­neh­mens­lei­tung unter der Auf­sicht eines vor­läu­fi­gen Sach­wal­ters. Der vor­läu­fi­ge Sach­wal­ter hat dar­über hin­aus die Auf­ga­be, dass kei­ne Benach­tei­li­gun­gen für die Gläu­bi­ger ein­tre­ten. Das Amts­ge­richt Bonn hat für bei­de Unter­neh­men den vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter Dirk Ober­mül­ler, Part­ner der über­re­gio­nal täti­gen Wirt­schafts­kanz­lei dhpg aus Bonn bestellt, der schon vie­le ver­gleich­ba­re Ver­fah­ren erfolg­reich beglei­tet hat. „Ich habe mir vor Ort einen ers­ten Über­blick ver­schafft. Die Mit­ar­bei­ter sind sehr moti­viert und die Betei­lig­ten haben ihre Bereit­schaft zu einer wei­te­ren Zusam­men­ar­beit signa­li­siert“, erklärt der vor­läu­fi­ger Sach­wal­ter Dirk Obermüller.

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