UDI Ener­gie Fest­zins VI strebt Pla­nin­sol­venz in Eigen­ver­wal­tung an

Chem­nitz, 30. April 2021. Die UDI Ener­gie Fest­zins VI GmbH & Co. KG mit Sitz in Chem­nitz, Emit­ten­tin eines Nach­rang­dar­le­hens zur Finan­zie­rung ver­schie­de­ner Ener­­gie-Pro­­­jek­t­­ge­­sel­l­­schaf­­ten, hat am 19. April 2021 beim Amts­ge­richt Leip­zig einen Antrag auf ein Insol­venz­plan­ver­fah­ren in Eigen­ver­wal­tung gestellt. Das Amts­ge­richt Leip­zig hat die­sem Insol­venz­an­trag nun zuge­stimmt und Herrn Rechts­an­walt Dr. Jür­gen Wall­ner von der auf Unter­neh­mens­sa­nie­run­gen spe­zia­li­sier­ten Kanz­lei Wall­ner­Weiß zum vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter bestellt. Der Geschäfts­füh­rer der Kom­ple­men­tär­ge­sell­schaft Fest­zins Ver­wal­tung Ost 1 UG, Rai­ner J. Lang­ni­ckel, bleibt somit im Amt. Er hat­te die­se und zahl­rei­che wei­te­re Gesell­schaf­ten vor weni­gen Mona­ten, im Okto­ber 2020, zur Fort­füh­rung der Struk­tu­rie­rung mit sei­ner Dal­asy Betei­­li­­gungs- und Kapi­tal­ma­nage­ment GmbH übernommen.

Die Betei­li­gun­gen von Dal­asy wer­den von der Galo­ria Bera­tungs­ge­sell­schaft unter­stützt, deren Team seit rund 20 Jah­ren im Restruk­tu­rie­rungs­ge­schäft tätig und auf Unter­neh­men in Son­der­si­tua­tio­nen spe­zia­li­siert ist. Das Sanie­rungs­team um Rai­ner Lang­ni­ckel wird zudem von dem auf Restruk­tu­rie­run­gen spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­walt Dr. Sebas­ti­an Braun, LL.M. von der Kanz­lei rein­hart | kober | groß­kin­sky | braun, der als Gene­ral­be­voll­mäch­tig­ter im Rah­men des Pla­nin­sol­venz­ver­fah­rens tätig ist, und dem Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht Sascha Borow­ski von der Bucha­lik Bröm­me­kamp Rechts­an­walts­ge­sell­schaft, Düs­sel­dorf, begleitet.

Ursäch­lich für die Insol­venz ist die jün­ge­re Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) zu der recht­li­chen Wirk­sam­keit von qua­li­fi­zier­ten Nach­rang­klau­seln, die Wesens­kern eines Nach­rang­dar­le­hens ist. Die qua­li­fi­zier­te Nach­rang­klau­sel ermög­licht es Emit­ten­ten bei Abwei­chun­gen von der Pro­gno­se und feh­len­der Liqui­di­tät, Zah­lun­gen ganz oder teil­wei­se aus­zu­set­zen, um so eine Insol­venz zu ver­mei­den. Des­halb wird die­ser Ver­trags­pas­sus auch als „vor­insol­venz­li­che Durch­set­zungs­sper­re” bezeichnet.

Grund­sätz­lich kann die qua­li­fi­zier­te Nach­rang­klau­sel also ein wich­ti­ges Ziel erfül­len: die Ver­mei­dung einer Insol­venz der Nach­rang­dar­le­hens­neh­me­rin und somit die Mög­lich­keit, bei Aus­fäl­len von Erträ­gen bei der Emit­ten­tin die aus­ge­blie­be­nen Zins- und Rück­zah­lun­gen an die Nach­rang­dar­le­hens­ge­ber nachzuholen.

Unter Hin­weis auf die jün­ge­re Recht­spre­chung hat sich nun die Bun­des­an­stalt für Finanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht (BaFin) auf den Stand­punkt gestellt, dass beim Nach­rang­dar­le­hen der UDI Ener­gie Fest­zins VI GmbH & Co. KG die ver­wen­de­te Nach­rang­klau­sel nicht hin­rei­chend den neu­en umfang­rei­chen Anfor­de­run­gen des BGH ent­sprä­che und die unver­züg­li­che Abwick­lung der Geld­an­la­ge angeordnet.

Die Emit­ten­tin hat umfang­reich Abwehr­mög­lich­kei­ten geprüft und Rechts­mit­tel gegen die Anord­nung der Abwick­lung ein­ge­legt. Auf­grund der gesetz­li­chen Bestim­mun­gen muss­te die Anord­nung der BaFin aber umge­hend voll­zo­gen wer­den. Da die Emit­ten­tin die Gel­der kon­zep­ti­ons­ge­mäß lang­fris­tig in Ener­­gie-Pro­­­jek­t­­ge­­sel­l­­schaf­­ten aus­ge­reicht hat, in denen die­se Gel­der in Solar- und Bio­gas­an­la­gen gebun­den sind, konn­te sie der Anord­nung der BaFin nun nicht ent­spre­chen, alle Gel­der umge­hend zurück­zu­zah­len. Somit war sie gezwun­gen, Insol­venz anzumelden.

Ziel des Insol­venz­plan­ver­fah­rens in Eigen­ver­wal­tung ist es nun, die Anle­ger vor einem Total­ver­lust der Kapi­tal­an­la­ge zu bewah­ren, ihre Inter­es­sen zu wah­ren und Mit­spra­che zu ermög­li­chen. Dazu hat das Gericht einen vor­läu­fi­gen Gläu­bi­ger­aus­schuss eingesetzt.

Über UDI Ener­gie Fest­zins VI GmbH & Co. KG
Die UDI Ener­gie Fest­zins VI GmbH & Co. KG ist Emit­ten­tin eines Nach­rang­dar­le­hens zur Finan­zie­rung ver­schie­de­ner Energie-Projektgesellschaften.

Kon­takt­da­ten: Pro­me­na­den­stra­ße 3, 09111 Chem­nitz (ver­tre­ten durch die Kom­ple­men­tä­rin Fest­zins Ver­wal­tung Ost 1 UG, Pro­me­na­den­str. 3, 09111 Chem­nitz, Tel. 0371 44467914).

Über Bucha­lik Bröm­me­kamp Rechts­an­walts­ge­sell­schaft mbH:
Als Wirt­schafts­kanz­lei mit dem Schwer­punkt Sanie­rung und Restruk­tu­rie­rung ist Bucha­lik Bröm­me­kamp Rechts­an­walts­ge­sell­schaft mbH bun­des­weit dar­auf spe­zia­li­siert, in einer Kri­se befind­li­che mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men wie­der auf Erfolgs­kurs zu brin­gen. Leis­tun­gen der Bucha­lik Bröm­me­kamp Rechts­an­walts­ge­sell­schaft wer­den durch eine Rechts­an­­walts- und Steu­er­be­ra­ter­kanz­lei ange­bo­ten. In inter­dis­zi­pli­nä­rer Zusam­men­ar­beit mit Betriebs­wir­ten und Inge­nieu­ren bie­tet Bucha­lik Bröm­me­kamp ein brei­tes Spek­trum an Dienst­leis­tun­gen für mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men, Fremd- und Eigen­ka­pi­tal­ge­ber sowie Insol­venz­ver­wal­ter. Bucha­lik Bröm­me­kamp ent­wi­ckelt ganz­heit­li­che und nach­hal­ti­ge Lösun­gen, die recht­lich, steu­er­recht­lich sowie betriebs- und finanz­wirt­schaft­lich auf­ein­an­der abge­stimmt sind, und setzt die­se in Restru­k­­tu­­rie­­rungs- und Sanie­rungs­pro­jek­ten um. Bucha­lik Bröm­me­kamp hat bis­her mehr als 200 Unter­neh­men nach dem sog. Gesetz zur wei­te­ren Erleich­te­rung der Sanie­rung — kurz ESUG —  erfolg­reich beraten.

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