Das LG Heil­bronn hat als Beschwer­de­ge­richt in sei­nem Beschluss vom 25.3.2015 (ZIn­sO 2015, 910) eine inter­es­san­te Ent­schei­dung zur Zuläs­sig­keit von Ver­gü­tungs­ab­spra­chen mit dem Insol­venz­ver­wal­ter im Insol­venz­plan getrof­fen. Für die Pra­xis bedeut­sam ist die­se Ent­schei­dung, weil das Gericht zu der kon­tro­vers dis­ku­tier­ten Fra­ge, ob Plan­ver­ein­ba­run­gen hin­sicht­lich der Ver­gü­tung des Insol­venz­ver­wal­ters im Insol­venz­ver­fah­ren zuläs­sig und für das Gericht bin­dend sind, Stel­lung genom­men hat. Abge­än­dert wur­de mit dem Beschluss die Ent­schei­dung des Insol­venz­ge­richts, mit der die­ses in Abwei­chung zur Plan­ver­ein­ba­rung eine gerin­ge­re als die im Plan ver­ein­bar­te Ver­gü­tung fest­ge­setzt hat­te. Das LG Heil­bronn führt aus, dass eine Ver­ein­ba­rung mit Bil­li­gung aller Betei­lig­ten im Insol­venz­plan­ver­fah­ren zuläs­sig und für das Insol­venz­ge­richt bei Fest­set­zung der Ver­gü­tung bin­dend ist.

Die Ent­schei­dung des LG Heil­bronn zeigt, dass sich in Bezug auf die vor­be­zeich­ne­ten Fra­ge­stel­lung ein Nord-Süd-Gefäl­­le gebil­det hat. Auf der einen Sei­te ste­hen ins­be­son­de­re die Insol­venz­rich­ter in Köln, die sich klar gegen die Zuläs­sig­keit von Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­run­gen im Insol­venz­plan posi­tio­nie­ren. Die­se sehen zum einen die Unab­hän­gig­keit des Insol­venz­ver­wal­ters als gefähr­det an, zum ande­ren tra­gen sie vor, dass das Insol­venz­ge­richt man­gels Betei­li­gung an der Ver­ein­ba­rung und hin­sicht­lich mate­ri­el­ler Rege­lun­gen im Insol­venz­plan nicht plan­un­ter­wor­fen sei.

Auf der ande­ren Sei­te ste­hen das hier zitier­te Gericht sowie das LG Mün­chen, die von einer Bin­dungs­wir­kung einer Plan­ver­ein­ba­rung für das Insol­venz­ge­richt aus­ge­hen, soweit alle Betei­lig­ten im Insol­venz­plan­ver­fah­ren die­ser zuge­stimmt haben.

Hand­lungs­emp­feh­lung:

Die Ent­schei­dung kann in kei­nem Fall so ver­stan­den wer­den, dass Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­run­gen im Insol­venz­plan gene­rell bin­dend und zuläs­sig sind. Es han­delt sich um Ent­schei­dun­gen ein­zel­ner Gerich­te, die sich bis­her allein auf die Ver­gü­tung des Insol­venz­ver­wal­ters bezo­gen. Ist in einem Insol­venz­plan­ver­fah­ren eine Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­rung bzw. ein Ver­gü­tungs­vor­schlag im Insol­venz­plan vor­ge­se­hen, zu Guns­ten wel­cher Par­tei auch immer, so bleibt es wei­ter­hin ange­ra­ten, diese/n mit dem Gericht im Vor­feld abzustimmen.

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  • 25 Jah­re Sanie­rungs­be­ra­tung aus einer Hand! Gemein­sam mit unse­rer Schwes­ter­ge­sell­schaft ple­no­via fei­ern wir im Jah­re 2023 das Erfolgs­kon­zept der inte­grier­ten Bera­tung: Betriebs­wirt­schaft­li­che Kom­pe­tenz mit spe­zia­li­sier­ter Rechts­be­ra­tung und Rechts­ge­stal­tung auf allen Gebie­ten des Restrukturierungsrechts.

  • Die NEUERO-Farm- und För­der­tech­nik GmbH hat sich mit­hil­fe eines Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens erfolg­reich saniert. Das Fami­li­en­un­ter­neh­men, das rund 50 Mit­ar­bei­ten­de beschäf­tigt, hat­te am 23.02.2022 beim Amts­ge­richt Osna­brück ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren bean­tragt. Der Restruk­tu­rie­rungs­plan wur­de von den Gläu­bi­gern ein­stim­mig ange­nom­men und das Ver­fah­ren am 31.12.2022 aufgehoben.

  • Die Dücker-Grup­pe will ihre drei Gesell­schaf­ten Dücker Group GmbH, die Dücker con­vey­or sys­tems GmbH sowie die Dücker För­der-Sys­te­me GmbH durch ein Schutz­schirm­ver­fah­ren sanie­ren. Das Amts­ge­richt Düs­sel­dorf stimm­te dem ent­spre­chen­den Antrag zu.

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