Arn­stadt. 8. Janu­ar 2019. Die Tra­di­ti­ons­bä­cke­rei Frisch­back GmbH aus Arn­stadt hat beim Amts­ge­richt Erfurt einen Antrag auf ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren gestellt. Das Gericht ist den Antrags­grün­den des Unter­neh­mens gefolgt und hat damit grü­nes Licht für das Sanie­rungs­ver­fah­ren gege­ben. Frisch­back war beson­ders vom Umsatz­rück­gang durch den ver­gan­ge­nen Hit­ze­s­om­mer betrof­fen. Wei­ter­hin kam die im Früh­jahr 2018 geplan­te Zusam­men­füh­rung der Pro­duk­ti­on und Logis­tik am neu­en Stand­ort in Erfurt ins Sto­cken. Die erhoff­ten Kos­ten­ein­spa­run­gen sind somit noch nicht ein­ge­tre­ten. Bei­de Ursa­chen führ­ten bei Frisch­back zu einem Liqui­di­täts­pro­blem, so dass sich Geschäfts­füh­rer Alfred Heyl zu dem Antrag entschied.

Zeit­gleich mit dem erneu­ten Sanie­rungs­weg wer­den die Bran­chen­ex­per­ten Josef Reindl und Nico Rath die Sanie­rung der Arn­städ­ter Bäcke­rei­ket­te beglei­ten. Damit soll Geschäfts­füh­rer Alfred Heyl ent­las­tet wer­den, der sich künf­tig mehr auf sei­ne Auf­ga­be als Gesell­schaf­ter kon­zen­trie­ren wird. Reindl führ­te bereits 30 Jah­re erfolg­reich die Hasi-Bäcke­­rei mit 21 Filia­len, die er im Mai 2018 ver­kauf­te. Der Bran­chen­spe­zia­list ist bereits Eigen­tü­mer der Pro­duk­ti­ons­stät­te in Erfurt, die er an Frisch­back ver­mie­tet. Nico Rath war bis vor kur­zem für die Gesell­schaf­ter der Harald Fuchs Bäcke­rei in Bam­berg tätig und hat­te zuvor schon Fili­al­bä­cke­rei­en aus Kri­sen­si­tua­tio­nen geführt. „Mit Josef Reindl und Nico Rath haben wir eine star­ke Unter­stüt­zung durch sehr erfah­re­ne Bäcker­un­ter­neh­mer gefun­den. Sie freu­en sich auf die neue Her­aus­for­de­rung, das Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men Frisch­back wie­der in die Erfolgs­spur zu brin­gen. Die ers­ten Maß­nah­men zur Fort­füh­rung sind bereits umge­setzt. So wer­den alle Filia­len wei­ter­hin geöff­net blei­ben. Wir wer­den in gewohn­ter Qua­li­tät unse­re regio­na­len Waren lie­fern“, erklärt Alfred Heyl.

Frisch­back betreibt rund 100 Filia­len vor­wie­gend in Thü­rin­gen und beschäf­tigt cir­ca 700 Mit­ar­bei­ter in den Ver­kaufs­stel­len und an den drei Stand­or­ten in Erfurt, Arn­stadt und Schmal­kal­den. Die Löh­ne und Gehäl­ter sind über das Insol­venz­geld für die nächs­ten drei Mona­te gesi­chert und wer­den pünkt­lich ange­wie­sen. Danach über­nimmt das Unter­neh­men wie­der die Zahlungen.

Frisch­back durch­lief bereits vor rund 18 Mona­ten ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren. Im April 2018 konn­te das Unter­neh­men das Sanie­rungs­ver­fah­ren wie­der ver­las­sen. „Die damals ent­wi­ckel­ten Sanie­rungs­maß­nah­men waren rich­tig und sind auch wei­ter­hin die Basis für die wei­te­ren Schrit­te. Sicher­lich wird es noch Anpas­sun­gen geben, um den Umzug nach Erfurt schnellst mög­lich abzu­schlie­ßen. Dar­über hin­aus steht der Ver­trieb bei mir ganz oben auf der Agen­da“, so Josef Reindl. Unter­stüt­zung erhält Frisch­back durch das Bera­tungs­un­ter­neh­men Bucha­lik Bröm­me­kamp, das das Sanie­rungs­kon­zept erstel­len wird.

In der Eigen­ver­wal­tung kön­nen Unter­neh­men selbst­stän­dig Maß­nah­men zur Sanie­rung ent­wi­ckeln und umset­zen. Das Ver­fah­ren besteht seit 2012. Dabei bleibt die unter­neh­me­ri­sche Ver­ant­wor­tung wie bis­her bei der Geschäfts­füh­rung. Sie ent­wi­ckelt ein Sanie­rungs­kon­zept zur Fort­füh­rung des Unter­neh­mens, dem die Gläu­bi­ger und das Amts­ge­richt zustim­men müs­sen. Den Sanie­rungs­pro­zess führt dann das Unter­neh­men eigen­stän­dig und ohne Insol­venz­ver­wal­ter aber mit einem zur Sei­te gestell­ten Sach­wal­ter durch. Der vor­läu­fi­ge Sach­wal­ter über­nimmt eine Auf­sichts­funk­ti­on und hat dar­über hin­aus die Auf­ga­be, die wirt­schaft­li­che Lage des Schuld­ners zu prü­fen. Die Unab­hän­gig­keit des Sach­wal­ters wird im Rah­men des Aus­wahl­pro­zes­ses durch das Amts­ge­richt geprüft. Das Amts­ge­richt Erfurt hat als vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter Rechts­an­walt Rolf Rom­bach, Part­ner der gleich­na­mi­gen Kanz­lei, bestellt. „Ins­be­son­de­re bei einer erneu­ten Eigen­ver­wal­tung schau­en alle Betei­lig­ten noch genau­er hin. Ich konn­te mich von den ers­ten Maß­nah­men und den Per­spek­ti­ven des Unter­neh­mens über­zeu­gen. Des­halb unter­stüt­ze ich den ein­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­weg nach bes­ten Kräf­ten“, erklärt Rolf Rombach.

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