Die mit Gesell­schaf­ter­bürg­schaf­ten ver­bun­de­nen Risi­ken wer­den von den Bür­gen regel­mä­ßig unter­schätzt. Ins­be­son­de­re ist ihnen in der Regel nicht bekannt, dass sie im Fal­le einer Insol­venz der Gesell­schaft, auch dann auf­grund der Bürg­schaft in Anspruch genom­men wer­den kön­nen, wenn die ver­bürg­te Kre­dit­for­de­rung im letz­ten Jahr vor Insol­venz­an­trag­stel­lung erfüllt wur­de oder – gege­be­nen­falls auch erst nach Ein­tritt der Insol­venz – durch Ver­wer­tung von Sicher­hei­ten aus dem Ver­mö­gen der Gesell­schaft befrie­digt wird.

Die Bürg­schaft begrün­det eine eige­ne Ein­stands­pflicht des Bür­gen gegen­über dem Gläu­bi­ger der gesi­cher­ten For­de­rung. Die Haf­tung des Bür­gen ist akzes­so­risch, das heißt, vom jewei­li­gen Bestand der Haupt­for­de­rung abhän­gig. Soweit die gesi­cher­te Haupt­schuld nicht ent­steht, unter­geht oder nicht (mehr) durch­ge­setzt wer­den kann, gilt dies in der Regel auch für die Bürg­schafts­ver­pflich­tung. Nach­träg­li­che Erwei­te­run­gen der Haupt­schuld durch Ver­ein­ba­rung zwi­schen Gläu­bi­ger und Haupt­schuld­ner, z.B. die Ver­län­ge­rung der Kre­dit­lauf­zeit, wir­ken nicht zu Las­ten des Bür­gen. Eben­so ver­liert der Bür­ge eine Ein­re­de des Schuld­ners, z.B. die Ein­re­de der Ver­jäh­rung der Haupt­schuld nicht dadurch, dass die­ser auf sie ver­zich­tet. Wird die Ver­jäh­rung der Haupt­schuld aber durch Ver­hand­lun­gen zwi­schen Gläu­bi­ger und Haupt­schuld­ner gehemmt, wirkt dies auch zu Las­ten des Bür­gen. Glei­ches gilt, wenn die Ver­jäh­rung der Haupt­schuld durch Titu­lie­rung, etwa durch Ein­tra­gung in die Insol­venz­ta­bel­le der Haupt­schuld­ne­rin, unter­bro­chen und auf 30 Jah­re ver­län­gert wird.

Als Höchst­be­trag wird der Betrag bezeich­net, bis zu dem der Bür­ge für die verbürgte(n) Verbindlichkeit(en) maxi­mal haf­tet. Aller­dings kann sich die Haf­tung des Bür­gen um Zin­sen und Kos­ten der Rechts­ver­fol­gung über den Höchst­be­trag hin­aus erhö­hen, wenn er mit Zah­lun­gen auf die Bürg­schaft in Ver­zug gerät. In der Siche­rungs­zwe­cker­klä­rung wer­den die Ver­bind­lich­kei­ten ange­ge­ben, für die der Bür­ge haf­tet. Geschäfts­füh­ren­den Gesell­schaf­tern wird bis­wei­len die Abga­be einer wei­ten Siche­rungs­zwe­cker­klä­rung ange­tra­gen. Die­se begrün­det eine Haf­tung des Bür­gen „für sämt­li­che Ver­bind­lich­kei­ten aus der bank­mä­ßi­gen Geschäfts­ver­bin­dung“ der Gesell­schaft. Dem­ge­gen­über begrün­den enge Siche­rungs­zwe­cker­klä­run­gen eine Haf­tung des Bür­gen nur für eine oder meh­re­re in der Bürg­schafts­ur­kun­de genau bezeich­ne­te (Kredit-)Forderung(en).

Lesen Sie den kom­plet­ten Bei­trag “Haf­tungs­fal­le Gesell­schaf­ter­bürg­schaft” von RA Jochen Rechtmann

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  • 25 Jah­re Sanie­rungs­be­ra­tung aus einer Hand! Gemein­sam mit unse­rer Schwes­ter­ge­sell­schaft ple­no­via fei­ern wir im Jah­re 2023 das Erfolgs­kon­zept der inte­grier­ten Bera­tung: Betriebs­wirt­schaft­li­che Kom­pe­tenz mit spe­zia­li­sier­ter Rechts­be­ra­tung und Rechts­ge­stal­tung auf allen Gebie­ten des Restrukturierungsrechts.

  • Die NEUERO-Farm- und För­der­tech­nik GmbH hat sich mit­hil­fe eines Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens erfolg­reich saniert. Das Fami­li­en­un­ter­neh­men, das rund 50 Mit­ar­bei­ten­de beschäf­tigt, hat­te am 23.02.2022 beim Amts­ge­richt Osna­brück ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren bean­tragt. Der Restruk­tu­rie­rungs­plan wur­de von den Gläu­bi­gern ein­stim­mig ange­nom­men und das Ver­fah­ren am 31.12.2022 aufgehoben.

  • Die Dücker-Grup­pe will ihre drei Gesell­schaf­ten Dücker Group GmbH, die Dücker con­vey­or sys­tems GmbH sowie die Dücker För­der-Sys­te­me GmbH durch ein Schutz­schirm­ver­fah­ren sanie­ren. Das Amts­ge­richt Düs­sel­dorf stimm­te dem ent­spre­chen­den Antrag zu.

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