PROKON mel­det Insol­venz an – wie geht es weiter?

Anfang des Monats über­rasch­te die PROKON Rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien GmbH (PROKON) ihre Anle­ger mit einem Rund­schrei­ben, in dem das Unter­neh­men ankün­dig­te, Ende Janu­ar 2014 „Pla­nin­sol­venz anmel­den“ zu müs­sen. PROKON hat­te seit dem Jahr 2003 so genann­te Genuss­rech­te in unter­schied­li­chen Vari­an­ten her­aus­ge­ge­ben; bei Genuss­rech­ten han­delt es sich um eine beson­de­re Anla­ge­form, deren recht­li­che Aus­ge­stal­tung höchst unter­schied­lich sein kann. Nach Anga­ben von PROKON sei ein Insol­venz­an­trag des Unter­neh­mens nur zu ver­mei­den, wenn min­des­tens 95 Pro­zent des Genuss­rechts­ka­pi­tals von den Anle­gern wei­ter­hin bis min­des­tens zum 31.10.2014 gehal­ten wür­den. Für den Fall einer nach die­sem Zeit­punkt erfol­gen­den Kün­di­gung sol­len die Anle­ger einer raten­wei­sen Rück­zah­lung zustim­men. Zwi­schen­zeit­lich hat­te das Unter­neh­men sei­ne Dar­stel­lung modi­fi­ziert: Die der Kün­di­gung fol­gen­den Rück­zah­lungs­an­sprü­che der Anle­ger gegen PROKON sei­en bei Prü­fung der Insol­venz­an­trags­pflicht nicht als fäl­li­ge For­de­run­gen zu bewer­ten. Ein Insol­venz­an­trag müs­se des­halb – unab­hän­gig von dem Ver­hal­ten der Anle­ger – nicht gestellt werden.

Am heu­ti­gen Mitt­woch, den 22.01.2014, erfolg­te dann die erneu­te Kehrtwende:

PROKON bean­tragt die Eröff­nung eines Insol­venz­ver­fah­rens.

Vie­le Anle­ger fra­gen sich, was nun mit dem von ihnen inves­tier­ten Geld pas­siert. Ob und zu wel­chem Zeit­punkt PROKON ver­pflich­tet ist, wie­der Zin­sen an die Anle­ger zu zah­len, und das ange­leg­te Kapi­tal her­aus­zu­ge­ben, ist noch völ­lig offen.

Der­zeit ist auf­grund der Anord­nung der vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­tung durch das zustän­di­ge Insol­venz­ge­richt Itze­hoe mit kei­nen wei­te­ren Zah­lun­gen an die Anle­ger zu rech­nen. Der vor­läu­fi­ge Insol­venz­ver­wal­ter wird sich zunächst einen Über­blick ver­schaf­fen. Übli­cher­wei­se wer­den einst­wei­len nur sol­che Zah­lun­gen vor­ge­nom­men, die unmit­tel­bar der Auf­recht­erhal­tung des Geschäfts­be­trie­bes die­nen. Die bis­he­ri­ge Geschäfts­füh­rung ist ohne den vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ter hand­lungs­un­fä­hig und damit fak­tisch ent­mach­tet. Ob und wie es mit PROKON wei­ter geht, wird sich erst in den nächs­ten Wochen, mög­li­cher­wei­se sogar Mona­ten herausstellen.

Nach der Dar­stel­lung von PROKON sei der in der Bilanz zum 31.10.2013 aus­ge­wie­se­ne Ver­lust allein auf die hohen Zins­zah­lun­gen an die Anle­ger zurück­zu­füh­ren. Hät­te man nicht 8 Pro­zent, son­dern etwa nur 2,9 Pro­zent Zin­sen an die Anle­ger aus­ge­zahlt, wäre kein Ver­lust vor­han­den. PROKON habe „zu jeder Zeit ope­ra­ti­ve Gewin­ne gemacht“.

Glaubt man der Dar­stel­lung von PROKON, ist das Unter­neh­men erfolg­reich und ledig­lich eine finanz­wirt­schaft­li­che Sanie­rung erfor­der­lich. Gera­de hier­für ist ein Insol­venz­ver­fah­ren unter Umset­zung eines Insol­venz­plans sehr gut geeig­net. Ein sol­cher Plan kann auch für Genuss­rechts­in­ha­ber von Vor­teil sein, deren For­de­run­gen im Insol­venz­ver­fah­ren nach­ran­gig sind (Vgl. hier­zu das Inter­view mit dem Sanie­rungs­ex­per­ten Rechts­an­walt Robert Bucha­lik). Denn in einem Insol­venz­plan kann eine Befrie­di­gung auch der nach­ran­gi­gen Gläu­bi­ger aus­drück­lich vor­ge­se­hen wer­den. Durch die Auf­nah­me eines neu­en Inves­tors, Instru­men­te wie den Debt-to-Equi­­ty-Swap sowie For­de­rungs­ver­zich­te kann nach Durch­füh­rung einer Insol­venz und der erfolg­rei­chen Umset­zung eines Insol­venz­plans ein ertrags- und wett­be­werbs­fä­hi­ges Unter­neh­men mit einer ver­nünf­ti­gen Finan­zie­rungs­struk­tur geschaf­fen wer­den. Nun­mehr bleibt zu hof­fen, dass die Rah­men­be­din­gun­gen für einen inter­es­sen­ge­rech­ten Insol­venz­plan geschaf­fen wer­den, bei dem das Unter­neh­men erhal­ten bleibt und die Ansprü­che der Anle­ger zumin­dest teil­wei­se befrie­digt werden.

Ent­schei­dend für den Anle­ger ist, wie die von ihnen gezeich­ne­ten Genuss­rech­te recht­lich aus­ge­stal­tet sind. Erfor­der­lich ist hier­zu eine Prü­fung im Ein­zel­fall. Unab­hän­gig davon infor­mie­ren wir Sie ger­ne zu fol­gen­den insol­venz­recht­li­chen Fragen:

  • Was bedeu­tet die Insol­venz der PROKON Rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien GmbH (PROKON) für mich als Anleger?
  • Kann bzw. muss ich mei­ne Genuss­rech­te kündigen?
  •  Wel­che Rech­te, Pflich­ten und Ein­fluss­mög­lich­kei­ten habe ich im Fall der Insolvenz?
  • Was bekom­me ich im Fall der Insolvenz?
  • Muss ich von PROKON erhal­te­ne Beträ­ge (Kapi­tal­rück­zah­lung, Zin­sen) zurückzahlen?
  • Wie neh­me ich im Fall der Insol­venz mei­ne Rech­te war?
  • Kann ich im Fall der Insol­venz Ansprü­che gegen die Geschäfts­füh­rung gel­tend machen?

Die Wirt­schafts­rechts­kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp Rechts­an­wäl­te | Steu­er­be­ra­ter ist auf Insol­venz­recht spe­zia­li­siert und ver­fügt ins­be­son­de­re über lang­jäh­ri­ge Erfah­rung auf dem Gebiet der Eigen­ver­wal­tung in Unter­neh­mens­in­sol­venz­ver­fah­ren. Seit Inkraft­tre­ten der refor­mier­ten Insol­venz­ord­nung im Jahr 2012 hat Bucha­lik Bröm­me­kamp rund 40 Unter­neh­men bei der Durch­füh­rung einer Insol­venz in Eigen­ver­wal­tung bera­ten und begleitet.

Sen­den Sie uns unver­bind­lich eine E‑Mail an insolvenzberatung@buchalik-broemmekamp.de mit Ihrem Namen und der Art Ihrer PRO­­­KON-Betei­­li­­gung. Wir neh­men dann schnellst­mög­lich Kon­takt mit Ihnen auf, und geben Ihnen die Mög­lich­keit, unse­re Ant­wor­ten zu den o.g. insol­venz­recht­li­chen Fra­gen gegen Zah­lung einer pau­scha­len Ver­gü­tung i.H.v. 100,00 Euro (incl. 19 % MwSt.) in Schrift­form zu erhal­ten. Eine aus­führ­li­che per­sön­li­che Bera­tung oder Inter­es­sen­ver­tre­tung kann erfol­gen, sofern dies gewünscht wird und in Ihrem Fall wirt­schaft­lich ver­nünf­tig ist.

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