TWD Fibres GmbH stellt sich durch eine Eigen­ver­wal­tung neu auf

  • Maß­nah­men sol­len die Fol­gen der COVID-19-Pan­­de­­mie abmil­dern und überwinden
  • Tex­til­in­dus­trie von Lock­down hart getroffen
  • Geschäfts­be­trieb läuft unein­ge­schränkt weiter

Deg­gen­dorf.  25. Juni 2020. Die TWD Fibres GmbH aus Deg­gen­dorf will ihren Sanie­rungs­weg durch ein vor­läu­fi­ges Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren nach § 270a InsO fort­set­zen. Ziel des Ver­fah­rens ist es, die Aus­wir­kun­gen der COVID-19-Pan­­de­­mie für das Unter­neh­men abzu­fe­dern und den Geschäfts­be­trieb neu auf­zu­stel­len. TWD Fibres  GmbH beschäf­tigt 474 Mit­ar­bei­ter und pro­du­ziert Gar­ne aus Poly­es­ter und Poly­amid. Die  Fila­ment­gar­ne der TWD Fibres GmbH wer­den unter ande­rem für Sport­be­klei­dung, tech­ni­sche Tex­ti­li­en, Heim­tex­ti­li­en, Strümp­fe, medi­zi­ni­sche Tex­ti­len und im Auto­­mo­­ti­­ve-Bereich ver­ar­bei­tet. Der durch Coro­na beding­te Lock­down hat die gesam­te Tex­til­in­dus­trie hart und uner­war­tet getrof­fen und die bereits vor der Pan­de­mie bestehen­den Schwie­rig­kei­ten der Bran­che deut­lich verschärft.

„Mit unse­ren schon vor der Pan­de­mie begon­ne­nen Anpas­sun­gen der Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se und –kapa­zi­tä­ten an die ver­än­der­ten Rah­men­da­ten in unse­ren Absatz­märk­ten wur­den bereits ers­te erfolg­rei­che Schrit­te ein­ge­lei­tet. Durch Covid-19 trat dann aber eine völ­lig neue Situa­ti­on ein, die sich vor eini­gen Mona­ten noch nie­mand vor­stel­len konn­te. Zur Sicher­stel­lung der wei­te­ren Wett­be­werbs­fä­hig­keit haben wir uns des­halb vor­sorg­lich für eine Sanie­rung inner­halb eines Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens ent­schie­den“, erklärt der geschäfts­füh­ren­de Gesell­schaf­ter Eggo Lau­kamp. Dazu stell­te der Geschäfts­füh­rer am heu­ti­gen Tage einen ent­spre­chen­den Antrag beim Amts­ge­richt Deg­gen­dorf. Alle ande­ren Gesell­schaf­ten der Grup­pe, ins­be­son­de­re die TWD Fibres Ser­vice GmbH, blei­ben von dem Ver­fah­ren unberührt.

Im Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren wird das Unter­neh­men unein­ge­schränkt von der bis­he­ri­gen Geschäfts­füh­rung wei­ter­ge­führt. Der vom Amts­ge­richt ein­ge­setz­te vor­läu­fi­ge Sach­wal­ter über­nimmt eine Auf­sichts­funk­ti­on für die Gläu­bi­ger. Als vor­läu­fi­ger Sach­wal­ter wur­de Dr. Hubert Amp­ferl von der Kanz­lei Dr. Beck & Part­ner GbR bestellt. „Unser Geschäfts­be­trieb läuft unver­än­dert wei­ter, die Belie­fe­rung unse­rer Kun­den ist uns ohne Ein­schrän­kun­gen wei­ter­hin mög­lich“, ver­si­chert Lau­kamp. Die Löh­ne und Gehäl­ter sind für drei Mona­te über  Insol­venz­geld gesi­chert. Danach über­nimmt das Unter­neh­men deren Zah­lung wie­der selbst. Die TWD Fibres GmbH wird nun einen Sanie­rungs­plan erar­bei­ten, die­ser wird nach Bestä­ti­gung durch die Gläu­bi­ger umgesetzt.

Das Sanie­rungs­kon­zept wird in Zusam­men­ar­beit mit der auf die Sanie­rung und Restruk­tu­rie­rung von Unter­neh­men spe­zia­li­sier­ten Wirt­schafts­kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp und deren Schwes­ter­ge­sell­schaft, der ple­no­via GmbH, aus Düs­sel­dorf erstellt. Vor Ort-Unter­­stü­t­­zung erhält das Unter­neh­men durch den Sanie­rungs­ex­per­ten Micha­el Klemm (ple­no­via GmbH), der als Chief Rest­ruc­tu­ring Offi­cer (CRO) die Unter­neh­mens­lei­tung ergän­zen wird.

Hin­ter­grund: Die vor­läu­fi­ge Eigen­ver­wal­tung (§270a InsO)

Seit dem 1. März 2012 lässt die neue Insol­venz­ord­nung auf Antrag­stel­lung eine soge­nann­te vor­läu­fi­ge Eigen­ver­wal­tung zu. In der Eigen­ver­wal­tung bleibt die Geschäfts­füh­rung wei­ter­hin im Amt und kann die Geschi­cke des Unter­neh­mens wei­ter len­ken. Anstatt eines vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ters wird ein vor­läu­fi­ger Sach­wal­ter bestellt. Der vor­läu­fi­ge Sach­wal­ter hat haupt­säch­lich die Auf­ga­be, die wirt­schaft­li­che Lage des Schuld­ners zu prü­fen und die Geschäfts­füh­rung zu über­wa­chen. Im Ein­ver­neh­men mit den Gläu­bi­gern, dem vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter und dem Insol­venz­ge­richt will das Ver­fah­ren die Fort­füh­rung eines Unter­neh­mens unter dem Schutz der Insol­venz­ord­nung ermög­li­chen. Ziel des Ver­fah­rens ist es, dem Unter­neh­men nach Mög­lich­keit den bis­he­ri­gen Gesell­schaf­ter­kreis zu erhal­ten und es nicht zu zer­schla­gen. Des­halb soll das Unter­neh­men auch nicht ver­kauft (Asset Deal), son­dern über einen Insol­venz­plan ent­schul­det wer­den. Regel­mä­ßig gehen Unter­neh­men deut­lich gestärkt aus die­sem Ver­fah­ren her­vor, denn es wird aus­rei­chend Liqui­di­tät geschaf­fen und die Pas­siv­sei­te der Bilanz wird durch Gläu­bi­ger­ver­zich­te erheb­lich gestärkt.

Über TWD Fibres GmbH:

Als voll­stu­fi­ger Pro­du­zent mit Sitz in Deg­gen­dorf, Bay­ern, deckt die TWD Fibres GmbH das gesam­te Spek­trum an Fila­ment­gar­nen ab. Mit  474 Mit­ar­bei­tern und einer  Jah­res­pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tät von 30.000 Ton­nen ist die TWD Fibres Deutsch­lands größ­ter Her­stel­ler von Poly­amid 6.6 und Poly­es­ter Garn­lö­sun­gen. Das Fila­ment­garn von TWD Fibres wird unter ande­rem in Sport­be­klei­dung, tech­ni­schen Tex­ti­li­en, Heim­tex­ti­li­en, Strümp­fen, medi­zi­ni­schen Tex­ti­len und im Auto­­mo­­ti­­ve-Bereich verarbeitet.

Über Bucha­lik Brömmekamp:

Als Wirt­schafts­kanz­lei mit dem Schwer­punkt Restruk­tu­rie­rung und Sanie­rung ist Bucha­lik Bröm­me­kamp Rechts­an­walts­ge­sell­schaft mbH bun­des­weit dar­auf spe­zia­li­siert, in einer Kri­se befind­li­che mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men wie­der auf Erfolgs­kurs zu brin­gen. Leis­tun­gen der Bucha­lik Bröm­me­kamp wer­den durch eine Rechts­an­­walts- und Steu­er­be­ra­ter­kanz­lei ange­bo­ten. In inter­dis­zi­pli­nä­rer Zusam­men­ar­beit mit Betriebs­wir­ten und Inge­nieu­ren bie­tet Bucha­lik Bröm­me­kamp ein brei­tes Spek­trum an Dienst­leis­tun­gen für mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men, Fremd- und Eigen­ka­pi­tal­ge­ber sowie Insol­venz­ver­wal­ter. Bucha­lik Bröm­me­kamp ent­wi­ckelt ganz­heit­li­che und nach­hal­ti­ge Lösun­gen, die recht­lich, steu­er­recht­lich sowie betriebs- und finanz­wirt­schaft­lich auf­ein­an­der abge­stimmt sind, und setzt die­se in Restru­k­­tu­­rie­­rungs- und Sanie­rungs­pro­jek­ten um. Bucha­lik Bröm­me­kamp hat bis­her mehr als 160 Unter­neh­men nach dem sog. Gesetz zur wei­te­ren Erleich­te­rung der Sanie­rung —  kurz ESUG —  erfolg­reich beraten.

Kon­takt Bucha­lik Bröm­me­kamp: Rechts­an­walt Phil­ipp Kün­ne, Tel. +49 211 – 82 89 77 200, E‑Mail: www.buchalik-broemmekamp.de

Über ple­no­via GmbH

Als Bera­tungs­ge­sell­schaft für Restruk­tu­rie­rung und Sanie­rung erar­bei­tet ple­no­via ganz­heit­li­che Lösun­gen für mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men in der Kri­se. Das Bera­tungs­spek­trum umfasst die Hand­lungs­fel­der Stra­te­gie & Inno­va­ti­on, Ope­ra­ti­ons, Finan­ce, Risi­ko­ma­nage­ment sowie Prä­ven­ti­ve Restruk­tu­rie­rung. Die Schwer­punk­te der Bera­tung lie­gen in der Erstel­lung von Gut­ach­ten und Kon­zep­ten im Rah­men von Busi­ness Reviews, Stra­te­gie­va­li­die­run­gen und Plan­plau­si­bi­li­sie­run­gen sowie in der voll­um­fäng­li­chen Unter­stüt­zung im Pro­jekt­ma­nage­ment und bei der Umsetzung.

Kon­takt ple­no­via: Micha­el Klemm, E‑Mail: www.plenovia.de

Über RA Dr. Hubert Ampferl

Dr. Hubert Amp­ferl, Rechts­an­walt, Fach­an­walt für Insol­venz­recht und Diplom-Betriebs­­­wirt (FH) ist Part­ner der Kanz­lei Dr. Beck & Part­ner GbR. Er ist in ganz Bay­ern als Insol­venz­ver­wal­ter tätig und hat sich in die­ser Funk­ti­on auf die Restruk­tu­rie­rung und Sanie­rung von Unter­neh­men spezialisiert.

Kon­takt Rechts­an­walt Dr. Hubert Amp­ferl: Tel. +49 871 660199–0, Fax.: +49 871 871 660199–10, E‑Mail: 

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