Hit­tech Pron­tor will sich durch Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren sanieren

• Geschäfts­be­trieb läuft unein­ge­schränkt weiter

Bad Wild­bad. 29. April 2020. Vol­ker Kie­fer, Geschäfts­füh­rer der Hit­tech Pron­tor GmbH in Bad Wild­bad, will das Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men durch ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren sanie­ren und wie­der wett­be­werbs­fä­hig auf­stel­len. Einem ent­spre­chen­den Antrag des Unter­neh­mens hat das Amts­ge­richt Tübin­gen zuge­stimmt. „Mit der Eigen­ver­wal­tung ver­fol­gen wir das Ziel, Hit­tech Pron­tor fort­zu­füh­ren und nach­hal­tig zu sanie­ren. Des­halb läuft der Geschäfts­be­trieb unein­ge­schränkt wei­ter wie bis­her“, erklärt Vol­ker Kie­fer. Die über 300 Mit­ar­bei­ter wur­den bereits über die aktu­el­le Ent­wick­lung infor­miert. Löh­ne und Gehäl­ter sind in den ers­ten drei Mona­ten des Ver­fah­rens über das Insol­venz­geld abgesichert.
Mit dem Ver­fah­ren nutzt das Unter­neh­men nun eine Chan­ce, die der Gesetz­ge­ber mit dem Gesetz zur wei­te­ren Erleich­te­rung der Sanie­rung von Unter­neh­men – kurz ESUG — vor acht Jah­ren geschaf­fen hat. Durch die Eigen­ver­wal­tung kön­nen sich Unter­neh­men in schwie­ri­gen Situa­tio­nen wie­der neu auf­stel­len. Die Unter­neh­mens­lei­tung bleibt in der Eigen­ver­wal­tung wei­ter­hin im Amt und wird die Sanie­rung unter Auf­sicht des Gerichts und eines Sach­wal­ters selbst­stän­dig durch­füh­ren. Als vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter bestell­te das Tübin­ger Amts­ge­richt Rechts­an­walt Ilkin Banan­y­ar­li von der PLUTA Rechts­an­walts GmbH in Stuttgart.
In dem Ver­fah­ren wird Hit­tech Pron­tor von der Wirt­schafts­kanz­lei und Unter­neh­mens­be­ra­tung Bucha­lik Bröm­me­kamp aus Düs­sel­dorf beglei­tet, mit deren Unter­stüt­zung in den nächs­ten Wochen ein Sanie­rungs­kon­zept erar­bei­tet wird. Die­ses Kon­zept soll spä­ter in einem Insol­venz­plan mün­den, in dem die Ent­schul­dung und nach­hal­ti­ge Fort­füh­rung des Unter­neh­mens auf­ge­zeigt wird.
Wäh­rend des Ver­fah­rens läuft der Betrieb unver­min­dert wei­ter. Das Unter­neh­men wur­de im Jahr 1902 von den Brü­dern Alfred und Gus­tav Gaut­hi­er gegrün­det und ent­wi­ckel­te sich im Lau­fe der Jah­re vom Pro­du­zen­ten für Kame­raver­schlüs­se zum Her­stel­ler von Opto­elek­tro­nik und Prä­zi­si­ons­me­cha­nik. Das Leis­tungs­port­fo­lio umfasst u.a. die Mecha­ni­sche Fer­ti­gung von Bau­tei­len, die Ober­flä­chen­be­hand­lung und Mon­ta­ge der Mecha­­tro­­nik- und Optik­pro­duk­te, die Ent­wick­lung medi­zi­ni­scher Pro­duk­te sowie die Mess- und Ana­ly­se­tech­nik. Seit rund sechs Jah­ren gehört das Unter­neh­men zu der nie­der­län­di­schen Hit­tech Grup­pe, zu der acht wei­te­re Unter­neh­men ent­lang der Wert­schöp­fungs­ket­te zählen.
Der Umsatz der deut­schen Indus­trie für opti­sche, medi­zi­ni­sche und mecha­tro­ni­sche Tech­no­lo­gien – und damit auch der Umsatz der Hit­tech Pron­tor – ent­wi­ckel­te sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren posi­tiv. So war das Umsatz­ni­veau der Hit­tech Pron­tor bis ein­schließ­lich 2019 nahe­zu kon­stant, seit Febru­ar 2020 sind jedoch die Aus­wir­kun­gen der Coro­­na-Kri­­se spür­bar. Ein damit ein­her­ge­hen­der deut­li­cher Rück­gang der Bestel­lun­gen sowie gerin­ge­re Abru­fe durch die Kun­den lie­ßen Hit­tech Pron­tor in die wirt­schaft­li­che Schief­la­ge gera­ten. Kurz­fris­tig ein­ge­lei­te­te Gegen­steue­rungs­maß­nah­men konn­ten die­se Ent­wick­lung nicht abfan­gen, so dass die Geschäfts­lei­tung sich des­halb zu einer Sanie­rung des Unter­neh­mens im Rah­men einer Eigen­ver­wal­tung entschloss.
„Durch die Anpas­sung der Pro­dukt­pa­let­te, eine ver­bes­ser­te Steue­rung des Working Capi­tals und eine stär­ke­re Aus­rich­tung auf die Allein­stel­lungs­merk­ma­le des Unter­neh­mens soll Hit­tech Pron­tor wie­der wirt­schaft­lich sicher auf­ge­stellt wer­den“, blickt Vol­ker Kie­fer zuver­sicht­lich in die Zukunft. Sanie­rungs­ex­per­te Andre­as Schmieg (Bucha­lik Bröm­me­kamp), der die Geschäfts­lei­tung für die Zeit des Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­rens als Gene­ral­be­voll­mäch­tig­ter unter­stützt, ergänzt: „Im Rah­men des Ver­fah­rens wird das Unter­neh­men ertrags- und liqui­di­täts­mä­ßig wie­der gestärkt. Auf Basis des nun zu ent­wi­ckeln­den Sanie­rungs­kon­zep­tes bekommt Hit­tech Pron­tor die Mög­lich­keit, sich neu auf­zu­stel­len und die Chan­cen des Mark­tes zu nutzen“.
Sach­wal­ter Ilkin Banan­y­ar­li von PLUTA ergänzt: „Das Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren ist ein geeig­ne­tes Instru­ment für Unter­neh­men, die früh­zei­tig han­deln. Ziel ist es, dem Unter­neh­men eine Zukunfts­per­spek­ti­ve zu ermög­li­chen. Zugleich ist es mei­ne Auf­ga­be, die Inter­es­sen der Gläu­bi­ger zu wahren.“

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