Vor weni­gen Wochen muss­ten Hun­der­te leid­ge­prüf­te Infi­­nus-Kun­­­den einen Schock ver­dau­en: Insol­venz­ver­wal­ter Bru­no Küb­ler for­dert Zins­zah­lun­gen aus Future-Busi­­ness-Genus­s­­rech­­ten zurück. Dr. Olaf Hie­bert ver­sucht nun, zu beruhigen.

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Olaf Hie­bert, Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp: “Im Ein­zel­fall bestehen gute Chan­cen, den Anspruch ganz oder zumin­dest teil­wei­se abzuwehren.”

Rechts­an­walt Olaf Hie­bert von der Kanz­lei Bucha­lik Bröm­me­kamp hat “erheb­li­che Zwei­fel”, ob der Insol­venz­ver­wal­ter der kol­la­bier­ten Future Busi­ness KGaA (Fubus) von Anle­gern Geld zurück­ver­lan­gen kann. Bru­no Küb­ler hat­te Anfang August rund 2.900 Anle­ger von Fubus-Genus­s­­rech­­ten auf­ge­for­dert, ver­meint­li­che Schein­ge­winn­aus­schüt­tun­gen in Höhe von ins­ge­samt fast zwölf Mil­lio­nen Euro zurück­zu­zah­len (FONDS pro­fes­sio­nell ONLINE berich­te­te).

Die Fubus war der Nukle­us der Ende 2013 aus­ge­ho­be­nen Infi­­nus-Grup­­pe aus Dres­den, bei der ins­ge­samt etwa 40.000 Anle­ger rund eine Mil­li­ar­de Euro inves­tiert hat­ten. Die Macher des Finanz­kon­glo­me­rats müs­sen sich der­zeit in einem Straf­pro­zess vor dem Land­ge­richt Dres­den verantworten.

“Der Teu­fel steckt im Detail”
Insol­venz­ver­wal­ter Küb­ler argu­men­tiert, dass die Fubus in den Jah­ren 2009 bis 2012 anders als behaup­tet gar nicht pro­fi­ta­bel war. Er stützt sich dabei auf ein Gut­ach­ten von PwC. Gewinn­ab­hän­gi­ge Zins­zah­lun­gen an die Inha­ber der Genuss­rech­te hät­ten daher gar nicht flie­ßen dür­fen. Dar­über hin­aus habe die Fubus laut Staats­an­walt­schaft ein Schnee­ball­sys­tem betrieben.

“Zwar hat der Bun­des­ge­richts­hof bei der Aus­zah­lung von Schein­ge­win­nen und Schnee­ball­sys­te­men schon häu­fig gegen den Anle­ger ent­schie­den”, sagt Hie­bert. “Im Ein­zel­fall bestehen aber gute Chan­cen, den Anspruch ganz oder zumin­dest teil­wei­se abzu­weh­ren.” Insol­venz­ver­wal­ter und Anwäl­te wür­den oft wich­ti­ge Details bei der Anwen­dung des hier maß­geb­li­chen Para­gra­fen 134 der Insol­venz­ord­nung (InsO) über­se­hen. “Frag­lich ist schon, ob die Zah­lun­gen der spä­te­ren Insol­venz­schuld­ne­rin auf Gewin­ne und die geleis­te­te Ein­la­ge erfolg­ten. Hier steckt der Teu­fel im Detail”, so Hiebert.

Insol­venz­ver­wal­ter beru­fen sich Hie­bert zufol­ge im Fall der Ein­la­ge zwar regel­mä­ßig auf eine “Pflicht zur Rück­ge­währ unter dem Aspekt der Treue­pflicht”. Der Bun­des­ge­richts­hof habe eine Treue­pflicht in vie­len Fäl­len aber ver­neint, zuletzt etwa mit einem Urteil vom 20. Juli 2017 (Az. IX ZR 7/17).

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