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Abfin­dungs­rech­ner – mög­li­che Abfin­dung berech­nen und gerüs­tet sein für Verhandlungen

Ihr Unter­neh­men hat einen umfang­rei­chen Stel­len­ab­bau ankün­digt? Sie haben sich über die Jah­re eine Exis­tenz auf­ge­baut und machen sich nun Sor­gen, dass die­se bedroht sein könn­te? Die meis­ten Men­schen emp­fin­den in die­ser Aus­nah­me­si­tua­ti­on oft­mals die Aus­sicht auf eine groß­zü­gi­ge Abfin­dung als den ein­zi­gen klei­nen Licht­blick. Ent­ge­gen der vor­herr­schen­den Mei­nung besteht aber in der Regel kein gesetz­li­cher Anspruch auf eine Abfin­dung. Liegt auch kei­ne ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung vor, muss sie mit dem Arbeit­ge­ber ver­han­delt wer­den. Mit unse­rem Abfin­dungs­rech­ner kön­nen Sie eine poten­zi­ell in Betracht kom­men­de Abfin­dung berech­nen. In Ein­zel­fäl­len ist eine Abwei­chung vom Stan­dard­fall mög­lich, durch­aus auch zu Ihren Guns­ten. Auf kei­nen Fall kom­men Sie hin­ge­gen um die Besteue­rung der Abfin­dung her­um. Bestehen Unter­halts­pflich­ten oder erfolgt nach der Zah­lung eine Schei­dung, sind wei­te­re Ein­schrän­kun­gen denkbar.

1. Funk­ti­ons­wei­se des Abfindungsrechners

Wie bereits ein­gangs erwähnt, gibt es grund­sätz­lich kei­nen gesetz­li­chen Anspruch auf eine Abfin­dung. Sie ist viel­mehr oft das Ergeb­nis von Ver­hand­lun­gen mit dem Arbeit­ge­ber. Dies gilt erst recht für einen Auf­he­bungs­ver­trag. Er möch­te mit einer Zah­lung vor allem die ein­ver­nehm­li­che Been­di­gung eines Arbeits­ver­hält­nis­ses errei­chen und damit teu­re Pro­zess­ri­si­ken ver­mei­den. Der Abfin­dungs­rech­ner gibt Ihnen eine ers­te Ori­en­tie­rung hin­sicht­lich der in Ihrem indi­vi­du­el­len Fall in Fra­ge kom­men­den Abfindungshöhe.

1.1 Abfin­dung berech­nen im Fall einer Regelabfindung

Da man als Faust­re­gel ein hal­bes Brut­to­mo­nats­ge­halt je Beschäf­ti­gungs­jahr zugrun­de legt, basiert auch unser Abfin­dungs­rech­ner auf die­ser For­mel. In Ein­zel­fäl­len kann es vor­kom­men, dass von der Regel­be­rech­nung abzu­wei­chen ist. Mit unse­rer For­mel kön­nen Sie auch in die­sem Fall ganz ein­fach Ihre Abfin­dungs­hö­he berech­nen und brau­chen kei­nen wei­te­ren Rech­ner hierfür.

1.2 Wel­che Ver­gü­tungs­be­stand­tei­le sind bei der Anga­be des Brut­to­mo­nats­ge­halts wichtig?

Damit der Abfin­dungs­rech­ner ein mög­lichst aus­sa­ge­kräf­ti­ges Ergeb­nis ermit­telt, müs­sen im Rech­ner das Brut­to­mo­nats­ge­halt und die Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit rich­tig ange­ge­ben wer­den. Der Ein­fach­heit hal­ber kön­nen Sie den in der letz­ten Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung Ihres Arbeit­ge­bers benann­ten Gesamt­brut­to­be­trag neh­men, durch zwölf tei­len und das Ergeb­nis in den Abfin­dungs­rech­ner eintragen.

Alter­na­tiv kön­nen Sie das in Ihrem Arbeits­ver­trag vor­ge­se­he­ne Brut­to­ge­halt durch zwölf tei­len. Zusätz­lich hier­zu sind u.a. noch zu berücksichtigen:

  • Ver­mö­gens­wirk­sa­me Leistungen
  • Sach­be­zü­ge (freie Ver­pfle­gung, freie Unter­kunft etc.)
  • Bonus­zah­lun­gen und Prämien
  • Urlaubs- und Weihnachtsgeld

1.3 Die Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit rich­tig berechnen

Die wei­te­re Vor­aus­set­zung ist die der Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit. Sie tra­gen hier ein­fach das Jahr ein, in dem Sie die Tätig­keit für Ihren Arbeit­ge­ber auf­ge­nom­men haben. Waren Sie zwi­schen­zeit­lich län­ger erkrankt oder in Eltern­zeit, spielt das für die Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit kei­ne Rolle.

Ledig­lich wenn Sie unter­jäh­rig bei Ihrem Arbeit­ge­ber ange­fan­gen haben oder Ihre Tätig­keit dort unter­jäh­rig been­den, wäre ab einem Zeit­raum von sechs Mona­ten in den jewei­li­gen Jah­ren auf­zu­run­den. Bei fünf Mona­ten oder weni­ger wäre ent­spre­chend abzurunden.

Haben Sie also im März 2018 bei Ihrem Arbeit­ge­ber ange­fan­gen zu arbei­ten und endet das Arbeits­ver­hält­nis im April 2020, beträgt die Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit zwei Jahre.

Haben Sie die­se Infor­ma­tio­nen zusam­men, kön­nen Sie die­se in unse­ren Abfin­dungs­rech­ner ein­ge­ben und so Ihre Abfin­dung berechnen.

1.4 Abfin­dungs­rech­ner

2. Wie kann ich bei Abwei­chun­gen mei­ne Abfin­dung berechnen?

Das vom Abfin­dungs­rech­ner ermit­tel­te Ergeb­nis soll Ihnen ein ers­tes Gefühl bzgl. der in Betracht kom­men­den Höhe Ihrer Abfin­dung geben. Wie bereits erwähnt, besteht jedoch kein gesetz­li­cher Anspruch auf eine Abfindung.

2.1 Wann ist eine Abwei­chung von der Regel­ab­fin­dung ratsam?

Möch­te man eine Abfin­dung bekom­men, muss die­se in der Regel mit dem Arbeit­ge­ber ver­han­delt wer­den. In Ein­zel­fäl­len kann es dabei ange­bracht sein, von der übli­chen Faust­for­mel von einem hal­ben Brut­to­mo­nats­ge­halt pro Monat abzuweichen.

Wir erin­nern uns: Der Arbeit­ge­ber zahlt Abfin­dun­gen vor allem auch des­halb, weil er sich einen zeit- und kos­ten­in­ten­si­ven Gerichts­pro­zess über die Wirk­sam­keit der Kün­di­gung erspa­ren möch­te. Die­sen Vor­teil soll­te man als Arbeit­neh­mer nicht zu leicht­fer­tig aus der Hand geben.

Aus Sicht des gekün­dig­ten Arbeit­neh­mers macht es z.B. kei­nen Sinn, sich mit der Regel­ab­fin­dung zufrie­den­zu­ge­ben, wenn die Kos­ten des Arbeit­ge­bers für eine unwirk­sa­me Kün­di­gung die ange­bo­te­ne Abfin­dung um ein Viel­fa­ches über­stei­gen würden.

2.2 Berech­nung bei kur­zer Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit und offen­sicht­lich unwirk­sa­mer Kündigung

Stellt sich am Ende eines lang­wie­ri­gen Kün­di­gungs­schutz­pro­zes­ses raus, dass die Kün­di­gung unwirk­sam war, muss der Arbeit­ge­ber dem Mit­ar­bei­ter das seit Ent­las­sung rück­wir­kend geschul­de­te Gehalt (gege­be­nen­falls unter Anrech­nung von erhal­te­nem Arbeits­lo­sen­geld) nach­zah­len. Hin­zu kommt das Gehalt, das bis zum Wirk­sam­wer­den einer erneu­ten Kün­di­gung zu zah­len wäre.

Daher soll­te man bei rela­tiv kur­zer Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit und einer zwei­fel­los unwirk­sa­men Kün­di­gung ruhig einen höhe­ren Fak­tor anset­zen, je nach Ein­zel­fall also zum Bei­spiel 1,5 oder 2. Eine rela­tiv kur­ze Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit ist wich­tig, weil die Gesamt­sum­me für den Arbeit­ge­ber in der Regel trag­ba­rer ist. Das erhöht die Chan­ce auf einen Ver­gleich. Die Abfin­dungs­hö­he berech­nen Sie dann z.B. wie folgt:

2.3 Berech­nung bei lan­ger Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit und offen­sicht­lich wirk­sa­mer Kündigung

Im Umkehr­schluss ergibt sich dar­aus, dass selbst eine Regel­ab­fin­dung mit dem Fak­tor 0,5 zu hoch sein kann. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Arbeit­ge­ber auf­grund einer vor­aus­sicht­lich wirk­sa­men Kün­di­gung nicht befürch­ten muss, eine etwaig erho­be­ne Kün­di­gungs­schutz­kla­ge zu ver­lie­ren. In einem sol­chen Fall ist es sehr unwahr­schein­lich, dass der Arbeit­ge­ber die Regel­ab­fin­dung zahlt.

Dies gilt vor allem dann, wenn sich danach zum Bei­spiel auf­grund lang­jäh­ri­ger Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit und hohem Gehalt eine unver­hält­nis­mä­ßig hohe Abfin­dung berech­net. Die Berech­nungs­for­mel wäre inso­weit zumin­dest hin­sicht­lich des Fak­tors ent­spre­chend anzu­pas­sen. Sie könn­te bei­spiel­haft wie folgt aussehen:

2.4 Abfin­dung stark abhän­gig von Fähig­keit zur Füh­rung von Verhandlungen

Es zeigt sich, dass die Höhe des Abfin­dungs­be­trags in beson­de­rem Maße von dem jewei­li­gen Ein­zel­fall sowie der Fähig­keit zur Füh­rung von Ver­hand­lun­gen abhängt. Der Abfin­dungs­rech­ner kann somit immer nur eine ers­te Indi­ka­ti­on hin­sicht­lich eines mög­li­chen Abfin­dungs­be­trags geben. Vor dem Hin­ter­grund der kom­ple­xen Rechts­la­ge soll­ten Sie nicht ver­su­chen, die Ver­hand­lun­gen im Fal­le einer Kün­di­gung oder bei einem Auf­he­bungs­ver­trag mit Ihrem Arbeit­ge­ber selb­stän­dig zu führen.

Die Erfah­rung zeigt zudem, dass es auf­grund der lang­jäh­ri­gen emo­tio­na­len Ver­bun­den­heit schwer­fällt, sei­ne Vor­stel­lun­gen durch­zu­set­zen. Im Ergeb­nis redu­zie­ren die­se Fak­to­ren die Erfolgs­chan­cen erheblich.

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3. Ist die Abfin­dung zu ver­steu­ern bzw. unter­liegt sie Sozialabgaben?

Hat man mit Hil­fe des Abfin­dungs­rech­ners eine ers­te Idee von einer mög­li­chen Abfin­dungs­hö­he bekom­men, erge­ben sich wei­te­re Fra­gen in Bezug auf Steu­ern und Sozi­al­ab­ga­ben. Wäh­rend Abfin­dun­gen grund­sätz­lich sozi­al­ver­si­che­rungs­frei sind, müs­sen sie voll ver­steu­ert werden.

Erhält man zusätz­lich zu sei­nem regu­lä­ren Gehalt noch eine Abfin­dung, kann das dann ins­ge­samt höhe­re Ein­kom­men auf­grund der Steu­er­pro­gres­si­on einer deut­lich höhe­ren Steu­er­be­las­tung unterliegen.

3.1 Weni­ger Steu­ern durch Anwen­dung der Fünftelregelung

Der Gesetz­ge­ber hat dies erkannt und Abhil­fe geschaf­fen, indem er die soge­nann­te Fünf­tel­re­ge­lung ein­ge­führt hat. Durch eine Auf­tei­lung der erhal­te­nen Abfin­dung auf einen Zeit­raum von fünf Jah­ren, redu­ziert sich das jähr­lich zu ver­steu­ern­de Ein­kom­men – und somit auch die Besteue­rung auf die Abfin­dung – insgesamt.

Bei­spiel

Anhand eines ein­fa­chen Bei­spiels soll die mit­tels der Fünf­tel­re­ge­lung erziel­te Ent­las­tung bei der Besteue­rung berech­net und ver­deut­licht wer­den. Alle Zah­len wur­den gege­be­nen­falls gerundet.

Frau Buch­bin­der hat nach dem Stu­di­um bei einem Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer ange­fan­gen zu arbei­ten. Auf­grund der aktu­el­len Kri­se in der Bran­che muss auch ihr Arbeit­ge­ber man­gels Aus­las­tung Stel­len abbau­en. Er kün­digt das Arbeits­ver­hält­nis daher aus betriebs­be­ding­ten Grün­den zum 31.12.2020.

Ihr jähr­li­ches Brut­to­ge­halt beträgt 40.000 EUR. Frau Buch­bin­der hat kei­ne Kin­der, ist nicht ver­hei­ra­tet und auch nicht Mit­glied in einer Kir­che. Sie war drei Jah­re bei ihrem Arbeit­ge­ber beschäf­tigt und erhält kurz vor ihrem Aus­schei­den eine Abfin­dung in Höhe von rund 5.000 EUR (die Höhe der Abfin­dung haben wir mit unse­rem Abfin­dungs­rech­ner berech­net) aus­ge­zahlt. Sie erkun­digt sich nach den Aus­wir­kun­gen auf die Steuer.

Unter Berück­sich­ti­gung der Fünf­tel­re­ge­lung stellt sich die Berech­nung der auf die Abfin­dung zu zah­len­den Ein­kom­men­steu­ern wie folgt dar:

3.2 Bei­spiel

Anhand eines ein­fa­chen Bei­spiels soll die mit­tels der Fünf­tel­re­ge­lung erziel­te Ent­las­tung bei der Besteue­rung berech­net und ver­deut­licht wer­den. Alle Zah­len wur­den gege­be­nen­falls gerundet.

Frau Buch­bin­der hat nach dem Stu­di­um bei einem Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer ange­fan­gen zu arbei­ten. Auf­grund der aktu­el­len Kri­se in der Bran­che muss auch ihr Arbeit­ge­ber man­gels Aus­las­tung Stel­len abbau­en. Er kün­digt das Arbeits­ver­hält­nis daher aus betriebs­be­ding­ten Grün­den zum 31.12.2020.

Ihr jähr­li­ches Brut­to­ge­halt beträgt 40.000 EUR. Frau Buch­bin­der hat kei­ne Kin­der, ist nicht ver­hei­ra­tet und auch nicht Mit­glied in einer Kir­che. Sie war drei Jah­re bei ihrem Arbeit­ge­ber beschäf­tigt und erhält kurz vor ihrem Aus­schei­den eine Abfin­dung in Höhe von rund 5.000 EUR (die Höhe der Abfin­dung haben wir mit unse­rem Abfin­dungs­rech­ner berech­net) aus­ge­zahlt. Sie erkun­digt sich nach den Aus­wir­kun­gen auf die Steuer.

Unter Berück­sich­ti­gung der Fünf­tel­re­ge­lung stellt sich die Berech­nung der auf die Abfin­dung zu zah­len­den Ein­kom­men­steu­ern wie folgt dar:

Anhand unse­res Bei­spiels lässt sich gut able­sen, wel­chen posi­ti­ven Effekt die Besteue­rung nach Fünf­tel­re­ge­lung bei der Zah­lung einer Abfin­dung auf das Ein­kom­men hat. Die fik­ti­ve Arbeit­neh­me­rin Frau Buch­bin­der hät­te immer­hin 540 Euro an Steu­ern gespart und so net­to mehr Ein­kom­men erzielt.

4. Anrech­nung einer Abfin­dung auf Arbeits­lo­sen­geld, Sperrzeit

Der mit Hil­fe unse­res Abfin­dungs­rech­ners ermit­tel­te Betrag kann im ers­ten Blick ver­lo­ckend aus­se­hen. Doch in wel­chem Ver­hält­nis ste­hen Abfin­dun­gen zum Arbeits­lo­sen­geld und kann eine Abfin­dung im Zwei­fel sogar eine Sperr­zeit auslösen?

4.1 Anrech­nung einer Abfin­dung auf Arbeitslosengeld

Oft­mals stel­len sich die von einer Kün­di­gung Betrof­fe­nen die Fra­ge, ob die müh­sam aus­ge­han­del­te Abfin­dung auf das Arbeits­lo­sen­geld ange­rech­net wird und dann net­to weni­ger übrig bleibt. Dies ist nicht der Fall, wenn die Par­tei­en im Rah­men der Eini­gung die ordent­li­che Kün­di­gungs­frist beach­ten und das Arbeits­ver­hält­nis erst mit Ablauf die­ser Frist endet. Sie darf nicht ver­kürzt werden.

Auch wenn Sie mit unse­rem Abfin­dungs­rech­ner z.B. auf­grund lang­jäh­ri­ger Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit eine hohe Abfin­dung berech­net haben, ändert dies nichts an dem Ergebnis.

4.2 Sperr­zeit beim Arbeitslosengeld

Eine Sperr­zeit in Bezug auf das Arbeits­lo­sen­geld kann nur unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen ange­ord­net wer­den. Dies setzt vor allem vor­aus, dass der Arbeit­neh­mer selbst an sei­ner Kün­di­gung mit­ge­wirkt hat. Als Bei­spie­le sind hier­für zu nennen:

  • grund­lo­se Kün­di­gung durch den Arbeit­neh­mer selbst
  • Ver­lust des Arbeits­plat­zes auf­grund ver­trags­wid­ri­gen Verhaltens
  • der Arbeit­neh­mer hat sich zu spät arbeits­su­chend gemeldet.

Eine Sperr­zeit kommt nicht in Betracht, wenn das Arbeits­ver­hält­nis aus wich­ti­gem Grund been­det wurde.

Bei ver­si­che­rungs­wid­ri­gem Ver­hal­ten droht eine Sperr­zeit von bis zu 12 Wochen. Die Sperr­zeit wird von der Bezugs­dau­er des ALG I abge­zo­gen. Der Arbeit­neh­mer ist wäh­rend­des­sen jedoch wei­ter­hin krankenversichert.

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5. Berück­sich­ti­gung einer Abfin­dung bei Schei­dung und Unterhalt

Hat man selbst oder der Anwalt des Ver­trau­ens mit sei­nem Arbeit­ge­ber erfolg­reich eine Abfin­dung ver­han­delt, kann die­se im Fal­le einer Tren­nung oder bei bestehen­den Unter­halts­pflich­ten Berück­sich­ti­gung finden.

5.1 Schei­dung

Erhält ein Arbeit­neh­mer vor der Schei­dung eine Abfin­dung aus­ge­zahlt und leben die Ehe­part­ner im gesetz­li­chen Güter­stand der Zuge­winn­ge­mein­schaft, ist die Abfin­dung auf­grund ihres Ein­kom­mens­cha­rak­ters grund­sätz­lich bei der Ermitt­lung des Zuge­winn­aus­gleichs zu berücksichtigen.

Soll­te die Abfin­dung bei Ein­rei­chung der Schei­dung also noch ganz oder teil­wei­se im Ver­mö­gen des Arbeit­neh­mers vor­han­den sein, unter­liegt sie als Teil des End­ver­mö­gens dem Zugewinnausgleich.

5.2 Berück­sich­ti­gung der Abfin­dung bei Berech­nung von Unterhalt

Da eine Abfin­dung grund­sätz­lich als Ein­kom­men gilt, ist sie auch bei der Berech­nung von Unter­halts­pflich­ten ent­spre­chend zu berück­sich­ti­gen. Ist der gekün­dig­te Arbeit­neh­mer unter­halts­ver­pflich­tet, kön­nen u.a. fol­gen­de Kon­stel­la­tio­nen berück­sich­tigt werden:

  • Der Arbeit­neh­mer beginnt direkt im Anschluss zum gekün­dig­ten Arbeits­ver­hält­nis bei einem neu­en Arbeit­ge­ber und ver­dient in etwa gleich viel wie vor­her: Man­gels Ein­kom­mens­ver­lus­tes wird die mit dem alten Arbeit­ge­ber aus­ge­han­del­te Abfin­dung nicht als Ein­kom­men und somit nicht für die Berech­nung des Unter­halts berücksichtigt.
  • Der Arbeit­neh­mer fin­det erst mit einer Ver­zö­ge­rung von einem Monat oder mehr einen neu­en Arbeits­platz und ver­dient in etwa gleich viel wie vor­her: Die Abfin­dung ist auf die Mona­te ohne Anstel­lung gleich­mä­ßig zu ver­tei­len, wobei die monat­li­che Gren­ze jeweils bei dem alten Net­to­ge­halt liegt. Ver­bleibt ein Über­schuss, so wird die­ser grund­sätz­lich nicht für die Berech­nung des Unter­halts berücksichtigt.
  • Der Arbeit­neh­mer ver­dient bei sei­nem neu­en Arbeit­ge­ber weni­ger als zuvor: Die Abfin­dung kann auf den Dif­fe­renz­be­trag zum alten Net­to­ver­dienst ange­rech­net wer­den, bis sie auf­ge­braucht ist. Die Unter­halts­zah­lung bleibt somit im Ergeb­nis (nur) bis zur voll­stän­di­gen Anrech­nung gleich.

Auf­grund der Kom­ple­xi­tät der Rechts­la­ge soll­ten Sie sich bei Fra­gen hier­zu unbe­dingt von einem auf die­sem Gebiet spe­zia­li­sier­ten Anwalt bera­ten lassen.

6. Auf die­sem Weg stei­gen Ihre Chan­cen auf eine höhe­re Abfindung

6.1 Ver­han­deln Sie auf Augenhöhe

Wie bereits aus­ge­führt, hängt die Höhe der Abfin­dung im Wesent­li­chen von Ihrem Ver­hand­lungs­ge­schick ab. Eine Bera­tung durch einen Anwalt ist nicht zwin­gend erfor­der­lich, aber drin­gend anzu­ra­ten. Mit unse­rem Abfin­dungs­rech­ner kann man die unge­fäh­re Höhe der in Betracht kom­men­den Abfin­dung berechnen.

Auf­grund des­sen kön­nen Sie ein Ihnen vor­ge­leg­tes Abfin­dungs­an­ge­bot direkt auf sei­ne Ange­mes­sen­heit beur­tei­len. Zie­hen Sie dabei immer auch Ihre Rol­le in dem Unter­neh­men sowie die wirt­schaft­li­che Auf­stel­lung Ihres Arbeit­ge­bers in Betracht. Ein kurz vor der Insol­venz ste­hen­des Unter­neh­men hat ande­re Spiel­räu­me als ein gesun­des Unter­neh­men in einer flo­rie­ren­den Branche.

6.2 Ken­nen Sie Ihre Rechte

Infor­mie­ren Sie sich z.B. mit Hil­fe unse­rer Rat­ge­ber­ar­ti­kel zum The­ma Kün­di­gungs­schutz. Dies ist wich­tig, um die Stär­ke des in Ihrem Ein­zel­fall even­tu­ell bestehen­den Kün­di­gungs­schut­zes abschät­zen zu kön­nen. Nur wenn Sie Ihre Rech­te ken­nen, kön­nen Sie eine fun­dier­te Ent­schei­dung zur wei­te­ren Vor­ge­hens­wei­se treffen.

6.3 Las­sen Sie sich von einem fach­kun­di­gen Anwalt beraten

Der durch die Kün­di­gung aus­ge­lös­te emo­tio­na­le Stress sowie die gemein­sa­me His­to­rie von Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer führt in der Regel zu erheb­li­chen Nach­tei­len auf Sei­ten des Arbeitnehmers.

Die kom­ple­xe Rechts­la­ge ist nur schwer inner­halb kür­zes­ter Zeit zu durch­drin­gen, auf den Ein­zel­fall even­tu­ell anwend­ba­re und vor­teil­haf­te Recht­spre­chung ist meist unbe­kannt. Dies kann und wird der Arbeit­ge­ber, der in der Regel anwalt­lich ver­tre­ten ist, zu sei­nem Vor­teil nut­zen. Daher soll­ten Sie sich unbe­dingt einen Fach­an­walt für Arbeits­recht suchen, dem Sie ver­trau­en und von der Erfah­rung des Anwalts in solch her­aus­for­dern­den Situa­tio­nen wie dem Ver­han­deln von Abfin­dun­gen profitieren.

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7. Vor­ge­hens­wei­se bei Erhalt einer Kündigung

Grund­sätz­lich gilt: Bewah­ren Sie Ruhe und unter­schrei­ben Sie nichts!

7.1 3‑Wo­chen-Frist beachten

Ab Zugang der Kün­di­gung haben Sie maxi­mal drei Wochen Zeit, eine soge­nann­te Kün­di­gungs­schutz­kla­ge vor dem Arbeits­ge­richt zu erhe­ben. Ist die­se Frist abge­lau­fen, gilt sie als akzep­tiert. Sie kön­nen hier­ge­gen dann grund­sätz­lich nicht mehr vorgehen.

7.2 Las­sen Sie sich beraten

Stär­ken Sie in die­ser Aus­nah­me­si­tua­ti­on Ihre Ver­hand­lungs­po­si­ti­on und las­sen Sie sich von einem Recht­an­walt bera­ten. Ver­han­deln Sie nicht auf eige­ne Faust mit Ihrem Arbeit­ge­ber. Nach dem Ver­lust des Arbeits­plat­zes ist man erfah­rungs­ge­mäß star­kem emo­tio­na­len Stress aus­ge­setzt. Der Anwalt agiert unab­hän­gig und ist nicht vorbelastet.

Hin­zu kommt, dass man die Rechts­la­ge nicht aus­rei­chend kennt. Der Arbeit­ge­ber wird dies im Zwei­fels­fall für sich zu nut­zen wis­sen. In Ver­bin­dung mit der beruf­li­chen Exper­ti­se wird ein Anwalt mit hoher Wahr­schein­lich­keit ein bes­se­res Ver­hand­lungs­er­geb­nis erzie­len. Fra­gen Sie ihn nach Ihren Chan­cen sowie nach der in Ihrem Fall mög­li­chen Abfindungshöhe.

8. Fazit

Der Ver­lust des Arbeits­plat­zes ist ein belas­ten­des Ereig­nis. Unser Abfin­dungs­rech­ner hilft Ihnen schnell und unkom­pli­ziert dabei, eine ers­te Vor­stel­lung in Bezug auf die Höhe einer poten­zi­el­len Abfin­dung zu bekom­men. Lässt sich eine Abfin­dung tat­säch­lich mit dem Arbeit­ge­ber ver­han­deln, sind diver­se Beson­der­hei­ten in Bezug auf Steu­ern, Sperr­zeit beim Arbeits­lo­sen­geld, Unter­halt etc. zu berück­sich­ti­gen. Auf­grund der kom­ple­xen Rechts­la­ge sowie der emo­tio­na­len Belas­tun­gen soll­ten Sie sich von einem Anwalt mit Fokus auf Arbeits­recht unter­stüt­zen las­sen. Wir bera­ten Sie hier­bei ger­ne! Neh­men Sie Kon­takt zu uns auf und wir ertei­len Ihnen eine unver­bind­li­che und kos­ten­lo­se Erst­be­ra­tung.

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